Salzburger Landeskliniken betreiben ein Wasser- und sechs Sonnenkraftwerke

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Autor: Scho

Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine rückten die Themen Energie und Energieversorgung in den Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Interesses. Die Salzburger Landeskliniken betreiben im Stadtteil Mülln an einem Arm des Almkanals seit mehr als 40 Jahren ein eigenes kleines Wasserkraftwerk, das zuletzt 2013 umfangreich erneuert wurde. Die aktuelle Engpassleistung unserer Francis-Zwillingsturbine beträgt 44 kW (Kilowatt). Daneben wurde seit 2013 die so genannte Eigenstromerzeugung mithilfe von Photovoltaik (PV-Anlagen) ausgebaut – auf mittlerweile knapp 270 kWp (Kilowatt-Peak). Die Eigenstromerzeugung deckt heuer knapp 1,5 Prozent des Bedarfs der SALK ab. „Mit der geplanten Überdachung des Parkhauses am Uniklinikum Campus LKH ließe sich dieser Wert schlagartig verdoppeln“, berichtet Dr. Ernst Höftberger, Leiter des Energiemanagements der Salzburger Landeskliniken. Die Möglichkeiten dazu werden derzeit geprüft.

Aktuell bezieht die SALK zugekauften Strom ausschließlich von der Salzburg AG. Es handelt sich dabei um 100 Prozent Ökostrom, den die Salzburg AG gegen einen Bearbeitungsaufschlag für uns jeweils für das kommende Kalenderjahr an der Börse einkauft. In den gesamten Stromkosten sind auch Netzkosten, Abgaben und Gebühren enthalten. Die Netzkosten sind jene Kosten, die der Salzburg AG für die Infrastruktur ersetzt werden müssen. Also Zählermiete, Leistungsabhängige Kosten, Verbrauchsabhängige Kosten.

Mit weiteren Kostensteigerungen wird gerechnet

Bei den Gebühren gibt es aktuell nur verbrauchsabhängige Kosten, da im laufenden Jahr die Ökostromabgaben ausgesetzt wurden, die auch einen leistungsabhängigen Anteil enthalten. Bis Mitte 2023 ist die Energieabgabe ebenfalls noch stark reduziert.

Grob sind die beiden Teile Energiekosten und sonstige Kosten bis einschließlich 2022 ungefähr gleich groß. Der Ukrainekrieg hat jedoch die Märkte ordentlich durcheinandergebracht und der Ausblick für die kommenden Jahre zeigt deutlich, dass mit massiven Kostensteigerungen bei der Stromversorgung gerechnet werden muss.

Diese sind rein durch die Explosion der Energiepreise verursacht. Bisher wurden zwei Drittel des Bedarfs für 2023 an der Börse geordert. Daher kann sich dieser Extremwert noch in beide Richtungen bewegen. Auch die Entwicklung danach ist noch von Einflüssen abhängig, die aktuell schwer abschätzbar sind.

Energiemanager Dr. Höftberger: „Durch kleine Verhaltensänderungen und Aufmerksamkeit lassen sich kleine, aber feine Beiträge leisten, die in Summe viel bewirken können.“ Insgesamt haben die Salzburger Landeskliniken mehr als 17.000 Räume. Wenn wir es schaffen, in jedem Raum durchschnittlich eine Leistung von nur 2,5 Watt einzusparen, entspricht das bereits der Leistung unseres Wasserkraftwerks in Mülln.

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