Social-Media-Tipps für WissenschaftlerInnen

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

„Wissenschaftskommunikation auf Facebook läuft in Österreich nicht schlecht, hat aber großes Verbesserungspotenzial“, so Sandra Erlacher. Sie selbst ist seit ihrem Studienabschluss Mitarbeiterin für digitale Kommunikation und Social Media der Medizinischen Universität Wien und somit Teil der Branche. Die 15 in ihrer Masterarbeit aus dem Studiengang Digitale Medien und Kommunikation der FH Burgenland definierten Kriterien für glaubwürdige Wissenschaftskommunikation auf Facebook wendet sie selbst an und stellt ihr Know-how gerne Interessierten zur Verfügung. Denn, „wir konkurrieren vor allem momentan stark mit den Verbreitern von Fake News. Falschnachrichten und auch Verschwörungstheorien haben derzeit Hochkonjunktur und dringen zu den Menschen durch, weil sie ihnen einfache Erklärungen für komplexe Sachverhalte anbieten.“

Glaubwürdigkeit in der Wissenschaftskommunikation

Wie entsteht Glaubwürdigkeit in der Wissenschaftskommunikation in Social Media und welche Kriterien sollten für eine glaubwürdige Gestaltung wissenschaftlicher Inhalte für soziale Medien erfüllt sein? Bezogen auf diese Forschungsfragen analysierte Erlacher 260 Facebook-Postings mit wissenschaftlichen Inhalten über die COVID-19-Pandemie von 17 österreichischen, institutionellen journalistischen und wissenschaftlichen AbsenderInnen. Neben Standard und Kronen Zeitung sah sie sich auch wissenschaftliche Institutionen wie die AGES, das CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin, die Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck sowie die Ärztekammer an.

Ihr Fazit: Keines der Postings erfüllte alle 15 Kriterien, rund 5% der Postings erfüllten zwischen 12 und 15 Kriterien, weit mehr als die Hälfte zwischen 9 und 11. Positiv hervorzuheben sei die Qualität der Postings, so Erlacher. „Da haben viele sehr gut abgeschnitten, das heißt, sie waren verständlich, inhaltlich konsistent und führten Beweise zur Untermauerung ihrer Aussagen an.“ Zu bekritteln sei bei vielen Postings die Textstruktur. „Die überwiegende Mehrheit der Beiträge waren durchschnittlich bis schlecht strukturiert. Es fehlte an Einleitungen und Überleitungen zwischen den Sätzen oder auch an Vergleichen, Beispielen und Erklärungen.“

Es braucht mehr Wissenschaft in Social Media

Die meisten Postings, vor allem die der JournalistInnen seien zu kurz gewesen, erklärt Erlacher. „Auch für Social Media gibt es ein ‚zu kurz‘, wenn es um die Vermittlung von wichtigen Informationen geht. Plakative Headlines können zu wenig Inhalt und damit nicht ausreichend Glaubwürdigkeit vermitteln.“ Wohl der wichtigste Tipp in jeglicher Vermittlung von Inhalten sei es, sich so gut wie möglich in die Denkweise und Bedürfnisse der Rezipientinnen zu versetzen. Weiters empfiehlt Erlacher allen Institutionen, die Kommunikationsmöglichkeiten der Sozialen Medien zu nutzen. „Es ist heutzutage enorm wichtig, in den Sozialen Medien präsent zu sein, und zwar für alle Organisationen und Institutionen. Die Menschen sind dort unterwegs und, wenn ich dort nicht als glaubwürdige Quelle vertreten bin, dann machen es andere.“

Über die Autorin

Sandra Erlacher, geboren 1993, studierte transkulturelle Kommunikation und Translation an der Universität Wien. Um ihre beruflichen Erfahrungen in Online-Kommunikation und -Marketing wissenschaftlich zu festigen, absolvierte sie den Masterstudiengang Digitale Medien und Kommunikation an der FH Burgenland, den sie 2021 abschloss. Beruflich ist sie Mitarbeiterin für digitale Kommunikation und Social Media der Medizinischen Universität Wien. Für ihre Masterarbeit „Die Glaubwürdigkeit von wissenschaftlichen Informationen in Social Media – eine Inhaltsanalyse am Beispiel des Themas COVID-19 auf Facebook in Österreich“ erhielt sie einen Würdigungspreis für studentische Spitzenleistungen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Hier der Link zur Masterarbeit.

Über die FH Burgenland

Die FH Burgenland Unternehmensgruppe mit der FH Burgenland und ihren Tochtergesellschaften (Austrian Institute of Management, Forschung Burgenland, Akademie Burgenland), bietet derzeit an zwei Studienzentren in Eisenstadt und Pinkafeld 12 Bachelor- und 13 Masterstudiengänge an. Derzeit studieren mehr als 6.700 ordentlich und außerordentlich Studierende in fünf Departments, nämlich Wirtschaft, Informationstechnologie, Soziales, Energie & Umwelt und Gesundheit, sowie in Masterlehrgängen der akademischen Weiterbildung. Bald 10.000 Absolventinnen und Absolventen in guten Positionen beweisen die hohe Ausbildungsqualität.

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