Sonne, Sand und Mehr

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

„Meine Tochter kann keinen mehligen Teig angreifen und konnte mit uns nicht barfuß am Strand gehen“ – immer wieder beschreiben Eltern Auffälligkeiten ihrer Kinder bei der taktilen Wahrnehmung, die sie nicht einordnen können. Die sensorische Verarbeitung aller Sinnesreize ist ein Reifungsprozess, der bereits im Mutterleib beginnt. Herausforderungen bei Fertigkeiten wie beim Radfahren, dem Schneiden mit der Schere, bis hin zu höheren Funktionen wie Sprache, Konzentration, Organisationsfähigkeit und emotionale Entwicklung können daraus resultieren. Die persönliche Reifung von Heranwachsenden kann massiv beeinflusst werden. 

„Zur Veranschaulichung kann uns der Baum als Metapher dienen“, so Ergotherapeut Martin Ring, BSc, “der Baum mit stabilem und feinem Wurzelwerk, Sinnesinformation durch Kontakt mit dem Boden, bildet die Basis für den Stamm, für die jeweiligen Sinnesorgane. Von diesem werden die ersten Äste, beispielsweise Hören, Sehen, Tasten getragen, die sich immer feiner verzweigen bis zu den Früchten, den Fertigkeiten wie bspw. Rad fahren. Starke Wurzeln geben lebenslangen Halt und Nahrung von unten. Ebenso fördern Licht und Wärme von oben, tragfähige soziale Beziehungen, einen gesunden Wachstumsprozess.

Boden und Wasser fühlen

Viele unserer Kinder und Jugendlichen leiden an sensorischer Verarmung. Der Kontakt mit der physischen Umwelt fehlt und wichtige sensomotorische Entwicklungsprozesse werden unzureichend gefördert.“  Eine therapeutische Maßnahme zur besseren Verwurzelung kann durch die neue Wasserbaustelle gesetzt werden: Die Hände fühlen Boden und Wasser, einfache Handlungsideen werden generiert, umgesetzt, angepasst und das Ergebnis – ein internes Feedback – wird direkt in der Natur erlebt. 

„In der Therapie verstärken wir jede Initiative zusätzlich mit verbaler Begleitung – Feedback von außen. Das Ziel: Selbstwirksamkeit erleben und die Reizverarbeitung fördern. Als multidisziplinäres Team beziehen wir im Sinne der KlientInnenzentrierung sämtliche Umwelt- und Kontextbedingungen für ein stabiles Wachstum mit ein“ so Martin Ring weiter, „dadurch werden zusätzliche Anreize, vor allem für unsere jüngeren Kinder möglich. Außerdem wird unser Angebot an Handlungen und Aktivitäten im Freien durch unseren Therapiegarten und unsere Fahrräder gefördert“.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

„Kontakt und Kommunikation sind zentral in der Suizidprävention“

„Kontakt und Kommunikation sind zentral in der Suizidprävention“

Jedes Jahr am 10. September soll im Rahmen des Welttags der Suizidprävention durch verschiedene Aktivitäten an die Opfer suizidaler Handlungen und deren Angehöriger erinnert werden. Eberhard A. Deisenhammer von der Univ.-Klinik für Psychiatrie II der Medizinischen Universität Innsbruck forscht seit vielen Jahren zu Suizidalität.

Privatklinik Döbling: Ausbau für moderne Medizin und Patienten-Komfort

Privatklinik Döbling: Ausbau für moderne Medizin und Patienten-Komfort

Die Privatklinik Döbling bekommt in den nächsten Jahren durch einen Zu- und Umbau mehr Raum: Mehr Platz für die Geburtenstation, Operationssäle mit Tageslicht und mehr Einzelzimmer sind wesentliche Elemente des Ausbaus.

„James, wann ist mein nächster Termin?“

„James, wann ist mein nächster Termin?“

Das österreichische IT-Unternehmen MP2 IT-Solutions bringt info.James, die App für PatientInnen in Gesundheitseinrichtungen auf den Markt. Mit dem umfassenden Online-Service wird sicher und schnell kommuniziert.