Umweltverschmutzung schädigt laut Studie Kinderlungen erheblich

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Autor: Scho

Umweltverschmutzung und der Klimawandel könnten, besonders in jungen Jahren, erhebliche Lungenprobleme verursachen. Das zeigt eine vom Ludwig Boltzmann Institut für Lungengesundheit durchgeführte Langzeitstudie. Bei einer Pressekonferenz sprach Studienleiterin Robab Breyer-Kohansal von einem „alarmierend hohen Anteil von knapp acht Prozent“ an Heranwachsenden, deren Lungenfunktionen unterhalb des Normalbereichs lägen.

Feinstaub- und Luftverschmutzung sei „untrennbar verbunden“ mit der Erderwärmung, bekräftigte Monika Gappa, Präsidentin der „European Respiratory Society“ (ERS). „Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch lungenkranke Menschen leiden mehr unter dem Klimawandel“. Jüngere seien besonders betroffen, weil die Lunge bis ins 25. Lebensjahr wachse und Kinder mehr Luft – also auch Schadstoffe – pro Kilogramm Körpergewicht einatmen würden. Asthma verglich Gappa mit den „Narben“ einer geschwächten Lungenfunktion während der Kindheit.

Obwohl eine zehnjährige Messung mit 17 Monitorstellen eine Verminderung der Feinstaubbelastung in Wien gezeigt habe, bestünden weiterhin negative Effekte auf Atemorgane in allen Altersgruppen. Breyer-Kohansal warnt, eine verminderte Lungenfunktion könne nicht nur Asthma, „sondern auch tatsächlich eine Herzkreislauferkrankung, eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetes“ zur Folge haben. Und auch die Klimakrise leistet einen negativen Beitrag: Erhöhte Temperaturen seien für eine längere Pollensaison und eine höhere Konzentration an Pollen verantwortlich, so die Studienleiterin.

Vom 7. bis 11. September tagte nun der ERS-Kongress in der österreichischen Hauptstadt, bei dem die Studienergebnisse im Detail präsentiert wurden. Schon seit 2012 läuft die sogenannte LEAD-Studie – der Name setzt sich aus jeweils einem Buchstaben der Worte „lung“, „heart“, „social“ und „body“ zusammen. Ein Ende sei noch nicht angedacht und bisher würde die Studie die Daten von rund 15.000 Personen aus Wien und Umgebung umfassen. Inzwischen ist LEAD Bestandteil des internationalen Forschungsnetzwerks „CADSET“.

Gleichzeitig macht die von der ERS und der „European Lung Foundation“ (ELF) initiierte Kampagne „Healthy Lungs for Life“ Halt in Wien. Diesen Samstag und Sonntag können Kinder und Erwachsene vor dem Wiener Riesenrad kostenlos ihre Lungenfunktionen per Spirometer testen und sich Gesundheitstipps abholen. Am darauffolgenden zwei Tagen sind Lungenchecks und Workshops in drei Wiener Schulen geplant.

(APA/red.)

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