Wie Patienten in die Dokumentation ihrer Gesundheitsdaten integriert werden

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Autor: Scho

Das ELGA-System wird sukzessive um weitere digitale Gesundheitsservices erweitert. Mit dem sogenannten „Telemonitoring-Episodenbericht“ wurde erstmals ein ELGA-Dokument geschaffen, das auch von Patientinnen und Patienten selbst erfasste Gesundheitsdaten in die elektronische Gesundheitsakte integriert. Dabei geht es zum Beispiel um zu Hause erhobene Messwerte wie Blutdruck, Puls und Körpergewicht sowie Angaben zum Befinden und zur Medikamenteneinnahme. Menschen mit chronischen Erkrankungen können damit selbst zu ihrer Gesundheitsdokumentation beitragen. Die Daten sind in der Folge sowohl für die Patientinnen und Patienten selbst für berechtigte behandelnde Gesundheitsdienstleister zugänglich.

 Ein weiteres digitales Tool ist der „Survivorship Passport“. Durch eine Bündelung aller relevanten Daten verbessert es die Langzeitbegleitung von Kinderkrebs-Überlebenden deutlich. Entwickelt wurde die Lösung gemeinsam mit dem St. Anna Kinderspitals und der St. Anna Kinderkrebsforschung (CCRI).

Sowohl der „Telemonitoring-Episodenbericht“ als auch der „Survivorship Passport“ wurden von Experten des AIT entwickelt. Beide Systeme wurden auch bereits testweise ausgerollt. In Tirol läuft der „Telemonitoring-Episodenbericht“ unter dem Namen „HerzMobil Tirol“ in Teilen findet es auch bereits in der Steiermark, Kärnten, Niederösterreich und Salzburg. Und auch der „Survivorship Passport“ ist an ELGA angebunden und volll einsatzbereit.

Und die Zahlen aus der Praxis sprechen für die Lösungen: In Tirol konnten das Sterberisikos um 65 Prozent innerhalb von zwölf Monaten und das Risiko einer Krankenhauswiederaufnahme um 39 Prozent innerhalb von sechs Monaten reduziert werden. Zusätzlich erwies sich HerzMobil Tirol gegenüber der üblichen Versorgung als kosteneffektiv.

 In der Versorgungspraxis wird das System vom AIT-Spin-off telbiomed mit Sitz in Graz betrieben und weiterentwickelt. Es ist modular aufgebaut und wird gemeinsam mit Partnern im Gesundheitswesen schrittweise für den Einsatz bei anderen chronischen Krankheiten erweitert – etwa in den Bereichen Wundmanagement, Essstörungen, Transplant-Nachsorge, Diabetes oder Telerehabilitation und auch für die Onkologie. Mit dem Krebszentrum Graz wurde kürzlich eine telemedizinisch unterstützte Patient Journey für Patientinnen mit Mammakarzinom gestartet.

Ein wichtiger Schritt für die verantwortungsvolle Nutzung elektronischer Gesundheitsdaten ist dabei das System „Smart FOX“ des AIT. Gemeinsam mit 19 Partnern aus Versorgung, Wissenschaft, Patientinnen- und Patientenvertretern und Industrie wurde eine Infrastruktur entwickelt, die Bürgerinnen und Bürger erstmals aktiv in die Bereitstellung ihrer Gesundheitsdaten einbindet. Diese entscheiden dann, ob und wofür ihre Daten genutzt werden dürfen. Smart FOX setzt auf informierte Einwilligung, widerrufbare Teilnahme und moderne Sicherheitsmechanismen, die den Zugriff auf Gesundheitsdaten strikt zweckgebunden ermöglichen.

Smart FOX nutzt die ELGA-Infrastruktur und erweitert sie für die kontrollierte Forschung, sodass Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammengeführt und für die Wissenschaft rechtssicher verwendbar werden. Das ist die Voraussetzung für effizientere klinische Studien, präzisere Gesundheitsanalysen und besser informierte Entscheidungen im Public-Health-Bereich.

(red.)

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