Zahlreiche Aids-Tote in Südafrika durch gekürzte US-Gelder

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Autor: Scho

Ein Ende der finanziellen Unterstützung für HIV- und AIDS-Programme in Südafrika durch die USA würde laut einer gemeinnützigen Organisation zu 500.000 Toten in zehn Jahren führen. „Wir werden Menschen sterben sehen“, sagte die Geschäftsführerin der Desmond Tutu HIV Foundation, Linda-Gail Bekker, vor Journalisten. Südafrikanische Organisationen waren zuvor informiert worden, dass sie keine Gelder der US-Entwicklungsbehörde USAID mehr erhalten würden.

Zusätzlich zu den 500.000 Todesfällen wird laut Bekker auch die Zahl der HIV-Infektionen steigen. „Bis zu eine Halbe Million neue Infektion“ werde es geben, sagte Bekker.

Mehrere südafrikanische Organisation, die bisher von USAID unterstützt worden waren, hatten in der Nacht auf Donnerstag nach eigenen Angaben Briefe des US-Außenministeriums erhalten, die das Ende der Finanzierung mitteilten. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Briefe einsehen. Demnach stimmten die Förderungen nicht mit den Prioritäten der USA überein. Südafrika hat einen der höchsten Anteile an HIV-Erkrankungen der Welt. Rund 13 Prozent der Bevölkerung, also etwa 7,8 Millionen Menschen, sind mit dem Virus infiziert.

Bis jetzt war Südafrika ein wichtiger Begünstigter des Anti-HIV- und Anti-AIDS-Programms PEPFAR der US-Entwicklungsbehörde USAID gewesen. Das Programm ist nun aber im Zuge der drastischen Kürzungen der US-Regierung gestoppt worden. Die Gelder von USAID hatten 17 Prozent des südafrikanischen HIV-Budgets ausgemacht. Die US-Hilfsgelder finanzierten laut dem südafrikanischen Gesundheitsministerium die antiretrovirale Therapie von 5,5 Millionen Menschen.

Die südafrikanische Regierung versuchte indes, Betroffenen die Angst vor steigenden Todesfällen in Folge der Kürzungen zu nehmen und verkündete einen Ausbau seines Gesundheitssystems. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsministerium eine Kampagne gestartet, mit der mehr als eine Million Menschen mit HIV bis Ende des Jahres in Behandlung gebracht werden sollen.

US-Präsident Donald Trump hat eine weitgehende Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID angeordnet. Am Mittwoch hatte das US-Außenministerium die drastische Kürzung der Haushaltsmittel für internationale Entwicklungshilfeprogramme bekanntgegeben. Insgesamt wurden rund 5.800 Verträge im Wert von 54 Milliarden Dollar (51,49 Milliarden Euro) gestrichen, eine Reduzierung um 92 Prozent.

(APA/AFP/red.)

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