Zwei neue Gesundheitszentren in Niederösterreich

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Das Land Niederösterreich und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) setzen neuerlich Zeichen in der Gesundheitsversorgung. Nun wurden von der niederösterreichischen Landes-Zielsteuerungskommission neue Gesundheitsprojekte auf den Weg gebracht. „Gesundheitszentren und Gesundheitsnetzwerke sind eine wertvolle Ergänzung zur bestehenden hausärztlichen Versorgung. Gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse und Ärztekammer für NÖ arbeiten wir intensiv daran, die Primärversorgungseinheiten auszubauen“, betont Landesrat NÖGUS-Vorsitzender Martin Eichtinger und weiter: „Mit den beiden neuen Gesundheitszentren wird es im kommenden Jahr nun bereits fünf Zentren und ein Netzwerk in Niederösterreich geben, in denen die Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit ihren Teams ihre Patientinnen und Patienten versorgen. Unser Ziel ist eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung in allen Regionen Niederösterreichs. Wie einzelne Hausärztinnen und Hausärzte sind auch die Gesundheitszentren und Gesundheitsnetzwerke erste Anlaufstelle für die Bevölkerung, wenn es um die Gesundheit geht.“

In den Bezirken Neunkirchen und Scheibbs nehmen 2022 zwei neue Gesundheitszentren ihren Betrieb auf. Den Start übernimmt gleich mit Jahresbeginn das „PVZ Schwarzatal“ in Gloggnitz. Drei Ärztinnen und Ärzte und ein Team aus Pflegekräften, Ordinationsassistenz, Physiotherapie, Psychotherapie, Sozialarbeit sowie ein PVE-Management kümmern sich nach Neujahr um die Menschen im südlichen Niederösterreich. Die Zahl der Medizinerinnen und Mediziner soll mittelfristig erweitert werden. Das Zentrum wird darüber hinaus unter anderem verstärkt mit dem Verein Silbersberg kooperieren, der geistig und mehrfach behinderte Menschen fördert.

Weiterer Ausbau ist geplant

Am 1. April ist es dann in Purgstall an der Erlauf soweit. Sechs Ärztinnen und Ärzte kümmern sich mit ihren Pflegekräften, der Ordinationsassistenz und Fachleuten aus den Bereichen Physiotherapie, Psychotherapie, Logopädie, Ergotherapie, klinische Psychologie, Wundmanagement und Diätologie sowie dem PVE-Management um Patientinnen und Patienten im Mostviertel. Darüber hinaus wird Case-und Care-Management sowie Sozialarbeit angeboten. Auch eine Hebamme wird vor Ort sein. Ein Ausbau mit weiteren Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern sowie einer Ärztin bzw. einem Arzt aus dem Fachbereich Kinder- und Jugendheilkunde ist geplant. Eines verbindet die zwei neuen Gesundheitszentren in Niederösterreich: Beide haben von Montag bis Freitag zwischen 7 und 19 Uhr geöffnet. Urlaubsbedinge Schließtage wird es keine geben.

Der Ausbau und die Sicherung der Primärversorgung ist für das heimische Gesundheitssystem enorm wichtig. Es freut mich daher außerordentlich, dass die Österreichische Gesundheitskasse mit dem Land hier an einem Strang zieht“, sagt Christian Farthofer, aktuell Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses in Niederösterreich. „Primärversorgungseinheiten sind eine ideale Ordinationsform, die es Medizinerinnen und Medizinern erlaubt, partnerschaftlich in einem Team zusammenzuarbeiten und mit weiteren Gesundheitsdienstleistern einen wichtigen Beitrag für die medizinische Versorgung einer Region zu leisten. Ärztinnen und Ärzten bietet das Teamwork berufliche Entlastung. Ihren Patientinnen und Patienten steht damit eine umfassende Versorgung mit geringen Wartezeiten, kurzen Wegen und langen Öffnungszeiten zur Verfügung“, so Farthofer weiter.

Nach dem Start der zwei neuen Gesundheitszentren wird es in Niederösterreich 2022 insgesamt sechs PVE geben. Neben Gloggnitz und Purgstall existieren in Böheimkirchen, St. Pölten/Harland und Schwechat drei weitere Zentren. Im Melker Alpenvorland hat sich ein PVE als Netzwerk etabliert. Zentren wie Netzwerke bieten ein breites Leistungsspektrum und übernehmen nicht nur die medizinische Grundversorgung und die kontinuierliche Versorgung chronisch kranker Menschen, sondern sie leisten wichtige Arbeit im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Sie sind dazu prädestiniert, für die Patientinnen und Patienten eine Lotsenfunktion durch das Gesundheitswesen und die Terminkoordination zu übernehmen – und sich mit anderen Gesundheitspartnerinnen und -partnern zum Vorteil der kranken Menschen zu vernetzen. ÖGK und Land arbeiten gemeinsam daran, das innovative Ordinationsmodell zu forcieren und unterstützen Interessentinnen und Interessenten bei der Gründung neuer Gesundheitszentren.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Gehirndoping: Gefahren der Selbstoptimierung

Gehirndoping: Gefahren der Selbstoptimierung

Der Lehrgang Suchtberatung und Prävention der Fachhochschule St. Pölten lud am 14.01.2022 zur Fachtagung Gehirndoping. In Vorträgen und Workshops lotete die Online-Veranstaltung Möglichkeiten und Gefahren der Selbstoptimierung aus.

Jährlich 1,3 Millionen Tote durch resistente Erreger

Jährlich 1,3 Millionen Tote durch resistente Erreger

Das Phänomen wird auch als "stille Pandemie" bezeichnet, machte Gesundheitsminister Johannes Rauch am Freitag zum Europäischen Antibiotikatag aufmerksam. In Österreich gibt es einen Nationalen Aktionsplan zur Antibiotikaresistenz - und der zeigt Resultate..

Aus gelbem Mutter-Kind-Pass soll digitaler Eltern-Kind-Pass werden

Aus gelbem Mutter-Kind-Pass soll digitaler Eltern-Kind-Pass werden

Das gelbe Büchlein wird umbenannt, in seinen Leistungen erweitert und digitalisiert. Die Umgestaltung soll 2024 abgeschlossen sein.