Mehr als die Hälfte der heimischen Bevölkerung übergewichtig

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Viele Betroffene von Übergewicht und Fettleibigkeit lassen die Adipositas Allianz und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) Alarm schlagen. Aktuell sind bereits etwas mehr als die Hälfte der Erwachsenen und rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen übergewichtig (Body-Mass-Index/BMI 25 bis 29) oder adipös (BMI ab 30). Männer sind in allen Altersgruppen häufiger betroffen und die Häufigkeit steigt mit dem Alter stark an, wurde am Donnerstag in einer Aussendung betont.

Konkret leben in Österreich 41 Prozent der Männer mit Übergewicht beziehungsweise 18 Prozent mit Adipositas. Bei Frauen ist der Anteil etwas geringer mit 27 Prozent Übergewicht beziehungsweise 15 Prozent Adipositas. Das Gesundheitsproblem beginnt aber bereits bei den Jüngsten: So sind schon bei den Neunjährigen mehr als 31 Prozent der Buben und 29 Prozent der Mädchen übergewichtig oder adipös. „Wir können es uns als Gesellschaft einfach nicht leisten, dass eine chronische Erkrankung immer weitere Teile der Bevölkerung erfasst“, warnte Andreas Huss, Obmann-Stellvertreter der ÖGK.

„Adipositas ist eine für die betroffenen Menschen und für die Gesellschaft sehr belastende Erkrankung, die früh im Leben zu vielen Folgeerkrankungen und eingeschränkter Lebensqualität führt“, erläuterte er. Daher sei die Prävention aber auch die Verbesserung der Gesundheitskompetenz bei Ernährung, Bewegung und Psyche enorm wichtig. Auch Politik und Lebensmittelindustrie seien gefordert. „Hoch verarbeitete und krankmachende Lebensmittel müssen verständlich gekennzeichnet werden. Denn den gesunden Schokoriegel gibt es nicht“, sagte Huss.

„Adipositas ist eine chronische Erkrankung, bei deren Entstehung und Verlauf viele verschiedene Faktoren zusammenwirken. Dazu gehören Lebensstil-Aspekte wie Ernährung und Bewegung, aber bei rund 70 Prozent der Betroffenen auch genetische Faktoren“, erklärte der Mediziner Florian Kiefer. Zu Stigmatisierung und psychischen Folgen kommen Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, erhöhter Blutdruck, erhöhte Blutfettwerte, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Demenz, berichtete der Präsident der Österreichischen Adipositas Allianz.

Die persönlichen Auswirkungen für Betroffene seien gravierend, aber auch jene für Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheitssystem. So zeigen Prognosen der OECD für Europa, dass Adipositas zwischen 2020 und 2050 das österreichische BIP im Schnitt um 2,5 Prozent pro Jahr reduziert. Miteingerechnet werden hier auch indirekte Kosten wie Krankenstände und vorzeitige Pensionierungen. Die ÖGK bietet die Programm „Leichter Leben“ für Erwachsene und „Leichter Leben – Kids & Teens“ an.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

ÖGK-Offensive zur Besetzung offener Vertragsarztstellen

ÖGK-Offensive zur Besetzung offener Vertragsarztstellen

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) startet im heurigen Jahr eine Offensive zur Besetzung offener Vertragsarztstellen. Generaldirektor Bernhard Wurzer kündigte im Interview mit der APA an, dass man Ärzten ein Angebot machen werde, um sie bei der Errichtung von Ordinationen zu unterstützen. Außerdem vergibt die ÖGK Stipendien für angehende Kassenärzte. Für die Finanzausgleichs-Verhandlungen fordert Wurzer vor allem Transparenz über Leistungen und Kosten der Spitalsambulanzen.

Millionenbetrug in Vorarlberg – StA rechnet mit langwierigen Ermittlungen

Millionenbetrug in Vorarlberg – StA rechnet mit langwierigen Ermittlungen

Derzeit führt die Staatsanwaltschaft Feldkirch sechs Personen als Beschuldigte, die teilweise geständig sein sollen. Dass weitere Beschuldigte und Geschädigte hinzukommen, sei nicht auszuschließen, so eine Sprecherin am Freitag.