Sexualitäts-Separier-Apparatur für Stechmücken vorgestellt

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Mit Massensterilisation von Stechmücken-Männchen wollen Gesundheitsbehörden Insekten, die tödliche Krankheiten übertragen, in betroffenen Gebieten ausrotten. Eine neue automatische Sortiermaschine trennt dafür die weiblichen und männlichen Puppen, berichtet ein österreichisch-chinesisches Forscherteam. Damit könnte man Millionen harmloser Männchen sammeln, ohne sich der Gefahr auszusetzen, dass blutsaugende Weibchen dabei sind, erklären sie im Fachblatt „Science Robotics“.

Bei der „Sterile Insekten Technologie (SIT)“ werden Mückenmännchen in Labors gezüchtet und mit Strahlung unfruchtbar gemacht. Dann setzt man sie in großen Mengen aus, damit sie den wild lebenden Moskitomännchen möglichst alle Weibchen wegschnappen. Nach der Kopulation legen die Stechmückendamen dann zwar Eier, daraus entwickelt sich aber wegen der unfruchtbaren Spermien kein Moskitonachwuchs.

Ein Team um Jeremy Bouyer vom „Insekten-Schädlingsbekämpfungs-Programm“ der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und Welternährungsorganisation (FAO) in Wien und Zhiyong Xi von einer Biotech-Firma im chinesischen Guangzhou entwickelte einen Apparat, in dem die unterschiedlich großen Puppen der Männchen und Weibchen automatisiert getrennt werden. Die Forscher testeten ihn mit drei verschiedenen Stechmückenarten, nämlich Gelbfiebermücken (Aedes aegypti), Asiatischen Tigermücken (Aedes albopictus) und „Culex quinquefasciatus“-Moskitos. Sie übertragen unter anderem Gelbfieber-, Dengue-Fieber-, Zika-, Chikungunya- und West-Nil-Viren sowie parasitische Würmer.

Mit dem automatischen „Geschlechts-Sortierer“ kann eine Person pro Woche 16 Millionen Männchen separieren, berichten die Forscher in der Fachpublikation: „Sie zeigen danach gute Flugfähigkeit und Paarungsleistung.“ Bei einem Feldversuch in Guangzhou habe man mit solch automatisch abgezweigten Männchen die lokale Tigermücken-Population um mehr als vier Fünftel dezimiert.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

135 Mio. vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub in 40 Jahren
Studie

135 Mio. vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub in 40 Jahren

Zwischen 1980 bis 2020 lassen sich demnach statistisch etwa 135 Millionen vorzeitige Todesfälle auf Feinstaub zurückführen. Dabei haben die Forscher jeden Todesfall als vorzeitig gewertet, der vor Erreichen des Durchschnittsalters eingetreten ist und durch vermeidbare oder behandelbare Erkrankungen verursacht wurde.

Anteil der Biotechmedikamente bei Neuzulassungen steigt

Anteil der Biotechmedikamente bei Neuzulassungen steigt

2022 lag der Anteil von Biopharmazeutika bei den Neuzulassungen bei 59 Prozent - so hoch wie nie zuvor. Die Zahl der Beschäftigten in der Biotechbranche legte 2022 um fast neun Prozent zu.