ÖGWK 2026 – Stream 1: WIR.K.S.A.M. – Wir könnten sicher auch mehr … produktiv arbeiten.

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Valeria Foglar-Deinhardstein

Zusammenfassung der drei Diskussionsrunden des Streams 1 beim 16. Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongress: Produktivität systematisch gestalten, Produktivität durch Kooperation & strukturelle Entwicklungen für ein produktiveres Gesundheitssystem.

Produktivität entsteht nicht durch mehr Mittel, sondern durch mehr Verstand im Umgang mit dem Vorhandenen. Alle drei Diskussionen starteten inhaltlich getrennt und verwiesen am Ende auf denselben Kern: Die Lösungen sind oft schon da – was fehlt, ist der Wille zur Konsequenz und die Führung, die ihn trägt.

  • Führung & Kultur: Leadership war der Hebel Nr. 1 – Verantwortungsbereitschaft und Gestaltungswille statt Hierarchie. Erfolgreiche Projekte entstehen bottom-up; entscheidend ist die Haltung, einfach anzufangen, statt auf die perfekte Regulierung zu warten.
  • Kooperation & Struktur: Kooperation muss strukturell ermöglicht werden – Public-Private-Partnership und das IT-Forum als Positivbeispiele. Redundanzen abbauen und die Ambulantisierung beschleunigen, da LKF-Struktur und Akteure nachhinken.
  • Engpässe auflösen: Flaschenhälse töten Produktivität. Es darf nicht alles auf der obersten Ebene zusammenlaufen – wenn Abstimmungen an Entscheidungsträgern hängen bleiben, ist das eine Führungs-, keine Systemfrage.
  • Digitalisierung & Rechtsklarheit: KIS-Systeme, DiGA, Telemedizin, 1450 und der EHDS als konkrete Hebel – vorausgesetzt, es gibt Rechtsklarheit statt DSGVO-Unsicherheit (DiGA-Positivbewertung als Vorbild, Regulatory Sandboxes). Kein neues Gesetz, sondern Klarheit.
  • Kompetenz & Berufsgruppen: Gesundheitskompetenz früh ansetzen (Schulen); nichtärztliche Gesundheitsberufe als unterschätzte Ressource; mehr Durchlässigkeit zwischen den Berufsgruppen entlastet das System.
  • Messung über Outcomes: Konsens von Ärztekammer, Sozialversicherung und Wien: KPIs müssen Ergebnisqualität messen, nicht Mengen (nicht die Zahl der e-card-Kontakte). Entscheidend ist, ob dem Patienten wirklich geholfen wurde – darauf sollten auch die Anreize gesetzt werden.
  • Standesdünkel überwinden: Offen als Hemmschuh benannt und ehrlicherweise auch am Podium sichtbar. Es darf nicht an einzelnen Personen scheitern – wir müssen in Kooperation bleiben.

Es diskutierten zum Thema „Strukturelle Entwicklungen für ein produktiveres Gesundheitssystem“:
Dr.in Katayoun Tonninger-Bahadori F.E.B.S., Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, Leiterin des Endoskopie­referats und stv. Fach­gruppenobfrau für Chirurgen, und Mag. Moritz Mitterer, Österreichische Gesundheitskasse, Generaldirektor-Stellvertreter (re.).

Die drei Podiumsdiskussionen

Session 1.1 – Produktivität systematisch gestalten (Do, 18.06.)

Teilnehmer:innen: Franz Knieps (Universität Bonn / Vorstand BMC), Stephanie Federspiel-Kleinhans (KH St. Vinzenz, GF), Alexander Degelsegger-Marquez (BMASGPK, Leiter Sektion X), Martin Fuchs (Mavie Med Holding, CEO). Moderation: Julia Schamschula (Vinzenz Gruppe).

Wachstum entsteht nicht durch mehr Mittel, sondern durch mehr Verstand im Umgang mit dem Vorhandenen (Knieps). Im Zentrum: Leadership, Transparenz und Vergleichbarkeit, PPP als Erfolgsmodell (Fuchs), Realitätscheck und bottom-up entstandene Projekte (Federspiel-Kleinhans) sowie Digitalisierung und Gesundheitskompetenz (Degelsegger-Marquez). Mahnung: Flaschenhälse töten Produktivität – das ist eine Führungsfrage.

Session 1.2 – Produktivität durch Kooperation (Do, 18.06.)

Teilnehmer:innen: Impuls: Andreas Hofleitner (NÖ Landesgesundheitsagentur). Podium: Prof. Djordje Nikolic (SRH Fernhochschule), Susanne Begusch (NO Questions Asked), Gernot Blümel (MARE Venice), Martin Negrelli (ÖGDM). Moderation: Valeria Foglar-Deinhardstein.

Strukturierte Kooperation schafft Produktivität – das IT-Forum mit trägerübergreifender Beschaffung, harmonisierten Datenschutzverträgen und Skalierungseffekten (Hofleitner). Dem gegenüber die Diagnose „institutionelle Sklerose“ (Blümel) und Rechtsabteilungen als Bremse für digitale Anwendungen (Nikolic, Begusch, Negrelli) – wegen Rechtsunsicherheit, allen voran der DSGVO. Wunsch: klare Kommunikation, welche Lösungen rechtskonform sind, Regulatory Sandboxes und der DiGA-Prozess als Vorbild; der EHDS als echte Hoffnung.

Session 1.3 – Strukturelle Entwicklungen für ein produktiveres Gesundheitssystem (Fr, 19.06.)

Teilnehmer:innen: Mag. Moritz Mitterer (ÖGK), Univ.Prof. Dr. Günter Wiesinger (WKÖ, Fachverband Gesundheitsbetriebe), SR Mag. Richard Gauss (Stadt Wien, MA 24 / Wiener Gesundheitsfonds), Dr.in Katayoun Tonninger-Bahadori F.E.B.S. (Ärztekammer Wien). Moderation: Valeria Foglar-Deinhardstein & Dr.in Gisela Ernst.

Woran erkennen wir in fünf Jahren echte Produktivität? Genannt wurden mehr Durchlässigkeit zwischen den Gesundheitsberufen sowie strukturelle Anpassungen bei Bedarfsprüfung und Finanzierung. Beim Messen herrschte Einigkeit: KPIs müssen Outcomes abbilden, nicht Mengen. Konsens von Ärztekammer, Sozialversicherung und Wien: Dem Patienten ist die Einrichtung gleichgültig – Hauptsache, ihm wird geholfen. Und: Standesdünkel überwinden, in Kooperation bleiben. Auch Ambulantisierung war hier ein entscheidendes Thema.

Über die Autorin:

Valeria Foglar-Deinhardstein, MA
ist Gründerin der Viedonna GmbH und Mitgründerin von Loxotec, einem Pionier für Tiergesundheit und innovativen Wasserdesinfektionslösungen. Als visionäre Unternehmerin vereint sie Innovationskraft und Erfahrung, um Frauengesundheit neu zu denken.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: