Verband der Privatkrankenanstalten: Abschaffung des PRIKRAF wäre fatal

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Autor: Scho

Der Verband der Privatkrankenanstalten (VPKA) äußert sich vehement gegen jüngste Überlegungen, den Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds PRIKRAF abzuschaffen. Eine Abschaffung würde „dem öffentlichen System schaden und Mehrkosten verursachen“, so Josef Macher, Präsident des Verbands der Privatkrankenanstalten und Geschäftsführer Klinik Diakonissen Linz. Dass dadurch 200 Millionen Euro eingespart werden könnten „entbehre jeglicher Grundlage“. Macher forderte zugleich eine „Rückkehr zu einer sachlichen Debatte“.

Der Verband der Privatkrankenanstalten Österreichs repräsentiert als Interessensvertretung seit über 75 Jahren Privatkrankenhäuser. Vertreten sind aktuell rund 80 Mitgliedsbetriebe, darunter Akutkrankenanstalten, Sonderkrankenanstalten, Rehabilitationseinrichtungen, Pflegeheime und Ambulatorien mit in Summe über 10.000 Beschäftigten und über 7.000 Betten. Über den PRIKRAF werden Kassen-Leistungen, die in diesen Krankenanstalten durchgeführt werden, finanziert und abgerechnet. Im ORF-„Sommergespräch“ hatte SPÖ-Chef und Vizekanzler Andreas Babler zuletzt angekündigt, den Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds PRIKRAF abschaffen und stärker in die öffentliche Gesundheitsversorgung investieren zu wollen. Dabei nannte Babler auch die Summe von 200 Millionen Euro. Diese Gelder, so Babler, würden „zur Verfügung gestellt“.

„Sozialversicherte Beitragszahler haben einen Rechtsanspruch auf Übernahme von einem Teil der Behandlungskosten in einer Privatkrankenanstalt“, so Werner Fischl, Vizepräsident des VPKA und Geschäftsführer bei MavieMed. Im PRIKRAF liege kein Steuergeld. Die Leistungen von Privatkliniken würden von Patientinnen und Patienten aller gesellschaftlichen Schichten in Anspruch genommen.

Privatkrankenanstalten versorgen in Österreich jährlich rund 130.000 Patientinnen und Patienten, Tendenz steigend. Laut Der durch eine PRIKRAF-Abschaffung drohende Wegfall der Privaten würde laut VPKA in einigen Bundesländern bei bestimmten Leistungen eine dramatische Lücke erzeugen. So komme etwa in der Steiermark jedes 5. Kind in einer Privatklink zur Welt, in Wien ist es jedes 7. Bei den Katarakt-Operationen würden österreichweit 15 Prozent aller Operationen in Privatkrankenanstalten durchgeführt, bei Knie-Total-Endoprothesen fänden im ganzen Land rund 10 Prozent der Operationen im privaten Sektor statt, so der VPKA in einer Aussendung.

VPKA-Präsident Josef Macher nennt die Privatkrankenanstalten daher auch eine „zentrale Säule des österreichischen Gesundheitssystems“. Diese aus populistischen oder ideologischen Gründen herauszureißen bringe weder den Patientinnen und Patienten etwas noch dem Gesundheitssystem als Ganzes.

(red.)

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