Evotec schließt niederösterreichischen Standort Orth

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Der deutsche Pharmawirkstoffforscher und -entwickler Evotec will sich aus der Gentherapie zurückziehen und seinen Standort im niederösterreichischen Orth an der Donau mit rund 40 Beschäftigten schließen, wie Evotec mitteilte. Der Standort in der Nähe von Wien war erst 2020 eröffnet worden. Ziel war es, Dienstleistungen im Bereich der Gentherapie für Pharma- und Biotech-Kunden sowie Stiftungen und akademische Einrichtungen anzubieten.

Der Pharmakonzern Takeda war in diesem Bereich der größte Kunde von Evotec. Die Japaner hatten allerdings im Februar angekündigt, sich von einem Großteil ihres Werks in Orth zu trennen, wovon 190 Beschäftigte von Takeda betroffen sind.
Evotec hatte im April erklärt, nach dem Gewinneinbruch infolge der Cyberattacke im vergangenen Jahr mit Einsparungen wieder auf Kurs kommen zu wollen. Das Unternehmen hatte Anpassungen bei seiner Organisation und seinen Standorten angekündigt, um so einen jährlichen Beitrag zum operativen Ergebnis von mehr als 40 Mio. Euro zu erreichen.

Über weitere Maßnahmen werde gegenwärtig mit den Arbeitnehmervertretern gesprochen, erklärte ein Evotec-Sprecher. Das Unternehmen hat im Zuge seiner Umstrukturierung auch seine Chemie-Aktivitäten in Marcy bei Lyon eingestellt. Ende März zählte Evotec weltweit 5.055 Mitarbeitende.

„Unsere Stakeholder werden sehen, dass die von uns eingeleiteten Effizienzmaßnahmen im zweiten Halbjahr dieses Jahres Ergebnisse zeigen werden“, sagte Finanzchefin Laetitia Rouxel. Im ersten Quartal brach der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) allerdings auf 7,8 (Vorjahreszeitraum: 34,3) Mio. Euro ein, unter anderem wegen höherer Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten. Damit schnitt das Unternehmen schlechter als von Analysten erwartet ab. Evotec bekam zu Jahresauftakt vor allem ein schwächeres Geschäft mit Forschungsdienstleistungen zu spüren. Der Umsatz sank um gut 2 Prozent auf knapp 209 Mio. Euro.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Evotec seine Prognose, die ein Wachstum des bereinigten operativen Gewinns im mittleren zweistelligen Prozentbereich vorsieht. Ein Update und eine konkretisierte Prognose kündigte Evotec für die Veröffentlichung des Halbjahresberichts im August an.

(APA/ag/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Neues Verfahren: Pille mit Fäkal-Bakterien gegen Darmentzündung

Neues Verfahren: Pille mit Fäkal-Bakterien gegen Darmentzündung

Bisher wird aufbereiteter Stuhl dem Empfänger entweder über eine Nasensonde, als rektaler Einlauf oder über eine Koloskopie verabreicht - mit der neuen Methode können die notwendigen Mikroorganismen eingekapselt werden.

Unautorisierter Zugriff auf ELGA-Patientendaten in Wiener Spital

Unautorisierter Zugriff auf ELGA-Patientendaten in Wiener Spital

Die Interne Revision hat eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnisse allerdings noch ausstehen. Weder der Wiener Gesundheitsverband noch das Sozialministerium wollen sich äußern, bevor der Bericht vorliegt.

Pfizer hebt Gewinnprognose für 2025 erneut an
4. Quartal

Pfizer hebt Gewinnprognose für 2025 erneut an

Für 2025 rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Gewinn von 3,00 bis 3,15 Dollar (bis 2,74 Euro) je Aktie, nach zuvor 2,90 bis 3,10 Dollar. Im dritten Quartal fiel der Gewinn je Aktie zwar um 18 Prozent auf 87 Cent, übertraf damit aber die Analystenerwartungen von 63 Cent.