Falscher Zahnarzt behandelt jahrelang Patienten

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

In Tschechien ist ein falscher Zahnarzt aufgeflogen, der zweieinhalb Jahre lang Patienten in einer illegalen Praxis behandelt haben soll. Der 22-Jährige sei gemeinsam mit zwei Komplizen vorübergehend festgenommen worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Er werde unter anderem der versuchten Körperverletzung, der unangemeldeten Geschäftstätigkeit und der Geldwäsche beschuldigt.

Demnach habe der Mann Anfang 2023 im Haus seiner Familie in Havlickuv Brod eine vollausgestattete Zahnarztpraxis eingerichtet. Er habe versucht, sich die fehlenden Kenntnisse durch Suchen im Internet anzueignen. Gemeinsam mit einer falschen Zahnarzthelferin habe er Dutzende Patienten behandelt und dafür mehr als vier Millionen Kronen (160.000 Euro) in Rechnung gestellt.

„Die beiden haben nicht nur einfache Zahnuntersuchungen durchgeführt, sondern auch Zähne gezogen, Wurzelkanäle behandelt, Betäubungsmittel verabreicht und Zahnprothesen angebracht“, führte die Polizeisprecherin aus. Der Dritte im Bunde habe den Zahnersatz angefertigt. Im Falle einer Verurteilung drohten den Beschuldigten bis zu acht Jahre Haft.

Havlickuv Brod liegt rund 100 Kilometer südöstlich von Prag und hat knapp 24.000 Einwohner. Vor allem im ländlichen Raum Tschechiens herrscht großer Zahnärztemangel. Viele Absolventen eines Zahnarztstudiums siedeln sich lieber in Großstädten an oder gehen ins Ausland.

(APA/dpa/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Freiwilliges Soziales Jahr: Ab Oktober auch im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf

Freiwilliges Soziales Jahr: Ab Oktober auch im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf

Bis zu elf Monate dauert ein freiwilliges soziales Jahr und kann ab 1. Oktober 2022 auch im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf absolviert werden.

ÖGK-Offensive zur Besetzung offener Vertragsarztstellen

ÖGK-Offensive zur Besetzung offener Vertragsarztstellen

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) startet im heurigen Jahr eine Offensive zur Besetzung offener Vertragsarztstellen. Generaldirektor Bernhard Wurzer kündigte im Interview mit der APA an, dass man Ärzten ein Angebot machen werde, um sie bei der Errichtung von Ordinationen zu unterstützen. Außerdem vergibt die ÖGK Stipendien für angehende Kassenärzte. Für die Finanzausgleichs-Verhandlungen fordert Wurzer vor allem Transparenz über Leistungen und Kosten der Spitalsambulanzen.