Feierliche Verleihung der INTEGRI-Preise 2024

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Autor: Scho

Im Rahmen des 14. Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongresses im Wiener Austria Trend Hotel Savoyen wurde auch der INTEGRI – Österreichischer Preis für Integrierte Versorgung – zum siebenten Mal verliehen. Das Thema „Integrierte Versorgung“ findet sich in fast allen Strategien, Konzepten, Plänen und Vereinbarungen zur Zukunft des österreichischen Gesundheitswesens. Diese komplexe Dienstleistung soll gleichermaßen das soziale Umfeld der Patienten, die Sektoren, Organisationen und Berufsgruppen beteiligen: idealerweise von der Prävention über Rehabilitation bis zur Palliativbetreuung. Das ist schon in der Theorie ein hoher Anspruch – in der Praxis bedeutet dieses Ziel aber noch weit mehr. Und daher der INTEGRI-Preis.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Roland Schaffler (u.a. Chefredakteur QUALITAS, Springer Verlag). Erwin Jobst und Andreas Augeneder (CompuGroup Medical) gaben zudem Einblick in die Bedeutung und die Beweggründe zur damaligen Initiierung, sowie zur Zukunftsausrichtung des Preises. Gemeinsam mit INTEGRI-Jurymitglied Dr. Susanne Herbek überreichten sie die begehrten INTEGRI-Glasskulpturen des renommierten Tiroler Glaskünstlers Robert Comploj.

Die Preisträger:

NÖ Gesundheits- und Sozialfonds

Kategorie: „Integrierte Versorgung mit Breitenwirkung“:

Initiative: „Demenz-Service Niederösterreich“

Begründung der Jury: „Das evaluierte Projekt „Demenz-Service Niederösterreich“ des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds ist ein bestehendes, gut eingeführtes und bekanntes Angebot, das sich in die österreichische Demenzstrategie einfügt und – da bereits evaluiert und weiterentwickelt – als Best Practice Beispiel dienen kann. Es steht auf den Säulen Demenz-Hotline, persönliche Beratung, aufsuchender Dienst, Beratung, Sprechstunden in den „Info-Points“ der ÖGK, Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen, Demenztag, Website und Vernetzung der Stakeholder. Die Jury schätzt an dieser Einreichung die umfassende Vernetzung der Sektoren und Player im Gesundheitswesen, die professionelle prozessorientierte Ausrollung und damit die breitflächige Wirksamkeit der Aktivitäten des Demenz-Service Niederösterreich mit dem Ziel, die Anzahl qualitätsvollen Lebensjahre zu erhöhen, die Versorgung zu verbessern und Kosten im Längsverlauf der Erkrankung zu reduzieren.“

Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.

Kategorie: „Integrierte Versorgung sektorenübergreifend“:

Initiative: „Ambulantes Case Management (ACM) – Überbrückungsambulanz am LKH Graz II“

Begründung der Jury: „Ziel dieses Projektes, das sich bereits im Echtbetrieb bewährt, nach mehrjähriger Pilotierung evaluiert, verlängert und erweitert wurde, ist der Lückenschluss in der Versorgung psychiatrischer Akutpatientinnen und -patienten am Übergang von der akutambulanten Versorgung in den niedergelassenen Bereich. Rückfallraten, Wiedervorstellungen und stationäre Aufnahmen können so reduziert werden. Als besondere Merkmale dieses intersektoralen Projektes streicht die Jury die Patientenorientierung, die Optimierung übergreifender Schlüsselprozesse, die hohen Anforderungen an Prozessmanagement und Betriebsorganisation, die sorgsame Vernetzung der Versorgungsbereiche und die damit praktisch gelungene Umsetzung der Strategie „Ambulant vor stationär“ hervor.“

Institut Haus der Barmherzigkeit

Kategorie: „Innovative Versorgungskonzepte“:

Initiative: „Kinderpflegedomizil FRIDOLINA“

Begründung der Jury: „Dieses Projekt in Umsetzung schließt die Versorgungslücke in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit komplexen chronischen und lebensverkürzenden Erkrankungen zwischen zu Hause (mit der Unterstützung mobiler Dienste) oder in akutstationären Einrichtungen. Diese hatte ihre oft jahrelange Unterbringung in Krankenhäusern mit Nachteilen für die Betroffenen und das Gesundheitssystem zur Folge. FRIDOLINA bietet für Kinder und Jugendliche ein Zuhause mit 14 Pflegeplätzen und einem Wohnbereich mit 24-Stunden-Pflege, um für sie trotz hoch spezialisierter Pflege und Therapie einen Lebensraum fernab von Intensivstationen und Krankenhausalltag zu schaffen, in dem sie aufwachsen und sich entwickeln können. Die Mitglieder der Jury vergeben den INTEGRI 2024 an diese Initiative, weil sie beweist, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kooperation von Gesundheits- und Sozialwesen mit vielen Netzwerkpartnern aus verschiedenen Sektoren ein Best Practice Beispiel für Innovation in der Versorgung schaffen können.“

(OTS/red.)

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