Frauen fürchten berufliche Nachteile durch Kinderwunschbehandlungen

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Autor: Scho

Kinderwunschbehandlungen lassen sich oft nur schwer mit dem Berufsalltag vereinbaren. Eine aktuelle Umfrage von Fertility Europe zeigt, dass drei von vier Frauen berufliche Nachteile durch solche Behandlungen befürchten. Daher fordert Die Fruchtbar – Verein Kinderwunsch Österreich anlässlich der European Fertility Week von 2. bis 8. November 2026 mehr Verständnis und konkrete Unterstützung am Arbeitsplatz, wie in einer Aussendung am Montag mitgeteilt wurde.

An der aktuellen Umfrage von Fertility Europe nahmen 2.717 Personen aus 33 europäischen Ländern teil, davon 127 Frauen aus Österreich. Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben an, dass Unfruchtbarkeit beziehungsweise Kinderwunschbehandlungen ihre langfristige Karriereplanung beeinflusst hätten. 97 Prozent der Befragten erleben die Vereinbarkeit von Kinderwunschbehandlung und Beruf demnach als belastend. 72 Prozent haben Angst vor negativen beruflichen Folgen durch ihre Diagnose oder Behandlung. 81 Prozent der Befragten mussten den Angaben zufolge der Arbeit für Diagnose oder Behandlung fernbleiben, 58 Prozent davon nutzten dafür Urlaubstage. Unter den österreichischen Teilnehmerinnen berichteten 97 Prozent von Stress oder Ängsten bei der Vereinbarkeit von Diagnose oder Behandlung und Beruf.

Zwischen Arztterminen, Hormonbehandlungen und beruflichen Besprechungen versuchen viele Betroffene, ihren Arbeitsalltag möglichst unverändert fortzuführen. Dabei bleiben die körperlichen und psychischen Belastungen häufig unsichtbar. Genau darauf macht die European Fertility Week 2026 unter dem Motto „Double Duty – Fertility@Work“ aufmerksam. Die Kampagne von Fertility Europe rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch unterstützt werden können, ohne ihre berufliche Entwicklung oder finanzielle Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

„Für viele Betroffene wird eine Kinderwunschbehandlung zu einem zweiten Vollzeitjob. Sie müssen zahlreiche, oft zyklusbedingt erforderliche und schwer planbare Arztbesuche neben einem Vollzeitjob organisieren, Medikamente nehmen, Rückschläge verkraften und gleichzeitig im Beruf funktionieren. Das kostet enorm viel Kraft und bleibt für das Umfeld oft unsichtbar“, wurde Christina Fadler, Obfrau von Die Fruchtbar, in der Mitteilung zitiert. Bei konkreten Unterstützungsangeboten zeigt sich den Informationen zufolge eine deutliche Lücke.

Wie unterschiedlich der Umgang mit Kinderwunschbehandlungen am Arbeitsplatz in Europa ist, zeigt ein Blick auf andere Länder. Während es in Österreich bisher keine spezifische gesetzliche Regelung zur Freistellung für Kinderwunschbehandlung gibt, haben einige europäische Staaten der Aussendung zufolge bereits konkrete Schutz- und Freistellungsregelungen geschaffen. In Frankreich und Griechenland bestehen demnach gesetzliche Ansprüche auf Freistellung für medizinisch notwendige Maßnahmen beziehungsweise auf bezahlten Sonderurlaub bei künstlicher Befruchtung. Auch Dänemark kennt arbeitsrechtlichen Schutz während einer Kinderwunschbehandlung, unter anderem vor Benachteiligung und Kündigung. In Belgien bestehen besondere Schutzvorschriften im Zusammenhang mit medizinischen IVF-Behandlungen.

Die Fruchtbar fordert gemeinsam mit Fertility Europe bessere Rahmenbedingungen für Menschen, die eine Kinderwunschbehandlung mit ihrem Beruf vereinbaren müssen. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, verlässliche Möglichkeiten für Behandlungstermine, ein vertraulicher Umgang mit persönlichen Informationen und verständnisvolle Führungskräfte.

(APA/red.)

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