GSK rüstet sich mit Milliarden-Sparprogramm für Patentabläufe

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Der britische Pharmakonzern GSK wappnet sich mit einem weitreichenden Milliarden-Sparprogramm für anstehende Patentabläufe. Um mehr Mittel für die Forschung und den Ausbau seiner Medikamenten-Pipeline freizumachen, sollen bis 2029 jährlich 1,9 Milliarden Pfund (2,2 Mrd. Euro) eingespart werden, wie das Unternehmen in London mitteilte. Hintergrund des Umbaus ist der zwischen 2028 und 2030 auslaufende Patentschutz für das wichtige HIV-Medikament Dolutegravir.

„Die Einsparungen werden in erster Linie reinvestiert, ein Teil wird jedoch auch genutzt, um die Margen und die Profitabilität in der Zeit des Patentablaufs von Dolutegravir zu verbessern“, sagte Konzernchef Luke Miels.

Mit dem freigewordenen Kapital will Miels die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen und das Krebsgeschäft stärken. Erst im Juni hatte GSK die Übernahme des US-Krebsspezialisten Nuvalent für rund acht Milliarden Pfund angekündigt. Zudem plant der Konzern Investitionen in Großbritannien, unter anderem für ein neues Forschungszentrum in Cambridge. Langfristig peilt GSK an, bis 2031 einen Jahresumsatz von mehr als 40 Milliarden Pfund zu erzielen. An der Börse kamen die Pläne gut an: Die GSK-Aktie legte am Dienstagmittag in London um gut vier Prozent zu.

Die Einschnitte, denen voraussichtlich Kosten von 2,4 Milliarden Pfund gegenüberstehen, fallen in eine Phase aktuell starker Geschäfte. „GSK hat ein weiteres Quartal mit starken Ergebnissen geliefert, wobei sich unsere wichtigsten Wachstumstreiber gut entwickelt haben“, betonte Miels. Im zweiten Quartal erzielte GSK dank einer hohen Nachfrage nach Spezialmedikamenten und Impfstoffen einen unerwartet hohen bereinigten Gewinn. Der währungsbereinigte Umsatz kletterte um fünf Prozent auf 8,4 Milliarden Pfund, der bereinigte Betriebsgewinn stieg um sieben Prozent auf 2,8 Milliarden Pfund. Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Konzern nun Wachstumsraten in der oberen Hälfte der bisherigen Prognosespannen an.

Unbereinigt verbuchte GSK im zweiten Quartal jedoch einen massiven Gewinnrückgang. Der ausgewiesene Betriebsgewinn brach um 75 Prozent auf 481 Millionen Pfund ein. Grund dafür waren Abschreibungen von 1,3 Milliarden Pfund im Zusammenhang mit dem Medikamentenkandidaten Camlipixant. GSK hatte nach enttäuschenden Studienergebnissen entschieden, die Entwicklung des Mittels gegen chronischen Husten einzustellen.

(APA/Reuters/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Corona – Bulgarien entsorgt Großmengen abgelaufener Impfdosen

Corona – Bulgarien entsorgt Großmengen abgelaufener Impfdosen

Nachdem bereits "riesige Mengen" abgelaufener Corona-Impfstoffe vernichtet wurden, sollen in diesem Jahr weitere 2,8 Millionen Dosen entsorgt werden. Neuer Impfstoff wird nicht angeschafft.

ÖÄK-Mayer: „Bei Versorgung mit Medizinprodukten in keinerlei Abhängigkeit begeben“

ÖÄK-Mayer: „Bei Versorgung mit Medizinprodukten in keinerlei Abhängigkeit begeben“

Der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer übt Kritik am Verkauf des Medizingeschäfts von Semperit nach Asien.

Revolutionäre Schritte der Chirurgie

Revolutionäre Schritte der Chirurgie

Chirurgische Eingriffe können bereits aus der Steinzeit nachgewiesen werden, auch gibt es Belege für Neandertaler, welche Armamputationen überlebten. Doch erst durch die Errungenschaften von Hygiene und Anästhesie konnte die Chirurgie ihren Siegeszug antreten – und entwickelt sich seither konstant weiter. Walter Schauer, Leiter der Abteilung für Chirurgie II Viszeralchirurgie am Klinikum Wels-Grieskirchen, gibt im Interview Einblicke in Tradition, Laparoskopie, Roboterchirurgie und mehr.