High-End Massenspektrometer für die IMC FH Krems

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Der Aufbau einer innovativen Technologieplattform „Clinical Proteomics Krems“, in der mit hochauflösender Massenspektrometrie neueste Proteomik-Technologien etabliert und für die patientenspezifische Analytik in klinischen Studien entwickelt werden, steht im Fokus der Stiftungsprofessur. Die IMC Fachhochschule Krems hat durch die Schaffung des Forschungsinstituts Krems Bioanalytics (IKB) am Technologie- und Forschungszentrum der Ecoplus in den letzten Jahren bereits eine Kernkompetenz auf dem Gebiet der Immunogenität von biologischen Therapeutika und Vakzinen entwickelt. Durch die Stiftungsprofessur soll die technologische Expertise in diesem Forschungsbereich massiv ausgebaut und um den Schwerpunkt Biomarker erweitert werden. Zentrales Instrument für diesen Ausbau ist eines der leistungsstärksten Massenspektrometer, das von der IMC FH Krems kürzlich erworben wurde.

Goldstandard in der Massenspektrometrie

Die neue Orbitrap Eclipse ist das derzeit modernste Massenspektrometer für die Proteinanalyse. Es ist maßgeschneidert für einen Forschungs- und Entwicklungsstandort, da es die flexible Analyse verschiedenster Moleküle mit unterschiedlichsten Methoden und hoher Sensitivität und Auflösung unterstützt. „Zusätzlich zum breiten Spektrum an Proben ermöglicht die Orbitrap-Eclipse-Plattform die Kombination verschiedenster Trennungs-, Fragmentierungs- und Massenbestimmungstechniken und erlaubt somit die Etablierung maßgeschneiderter Analysestrategien für spezifische Problemstellungen. Diese technische Flexibilität wie auch die Breite an möglichen Analyten macht die Orbitrap Eclipse zu einem einzigartigen Massenspektrometer für den Forschungs- und Entwicklungsbetrieb“, ist Franz Herzog hörbar begeistert.

Grundsätzlich misst ein Massenspektrometer die Masse geladener Teilchen (Ionen), wobei das Spektrum von kleinen Molekülen wie Arzneimittelwirkstoffen und Produkten aus der Erdölverarbeitung bis zu Biomolekülen wie Proteinen, Lipiden, Nukleinsäuren und deren Bausteinen reicht. „Am IKB wird vorerst eine Proteomik-Technologieplattform etabliert, die die State-of-the-Art Analyse von Proteinbruchstücken, den Peptiden (Bottom-up) und von intakten Proteinen (Top-down) ermöglichen wird“, erklärt Franz Herzog. Zunächst liegt der Fokus auf der Analyse von Proteininteraktionen, um die exakte Lokalisierung der Bindungsstelle zu identifizieren und um die Affinität dieser Bindung abzuschätzen. „Das ist im Falle der Antigen-Antikörper-Interaktion für die Impfstoffherstellung oder im Falle der Bildung von Antikörpern gegen Biotherapeutika wichtig, um die Immunogenität des Biotherapeutikums für die Wirkstoffentwicklung abzuschätzen“, ergänzt der Biochemiker. Weiters soll die Charakterisierung von Proteinmodifikationen in Patientenproben die Identifizierung neuartiger Biomarker ermöglichen, die klinische Anwendung finden können.

In einem zweiten Projekt wird versucht, die Signalübertragungswege in metabolischen Proteinnetzwerken zu entschlüsseln. Die massenspektrometrische Methode zur Analyse von Protein-Protein Bindungsstellen wird hier eingesetzt, um zu verstehen, wie durch einen äußeren Reiz, zum Beispiel die Änderung der Nährstoffe, die Signalübertragung geändert wird, damit sich die Zelle adaptieren kann. „Durch die Zusammenarbeit mit dem Center of Molecular Medicine (CEMM) in Wien können wir mit unserer Technologie aufklären, wie sich durch Änderung der Proteininteraktionen die Zelle an verschiedene Nährstoffangebote anpasst“, freut sich Franz Herzog über hochkarätige Kooperationen. Beide Forschungsschwerpunkte sind von großer medizinischer Relevanz und stehen im Fokus einer Vielzahl von Forschungsprojekten in der pharmazeutischen Industrie.

Starkes Forschungsprofil der IMC FH Krems

Die IMC Fachhochschule Krems hat in den letzten Jahren bereits eine Kernkompetenz entwickelt. Franz Herzog dazu: „Durch die Massenspektrometrie soll die technologische Expertise in diesem Forschungsbereich massiv ausgebaut und in den Schwerpunkten Impfstoffe und Biomarker erweitert werden.“ Durch die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Themenfelder ergeben sich daher attraktive Möglichkeiten für Kooperationen mit Biotech- und Pharmafirmen und mit akademischen Einrichtungen. Derartige Analysemethoden werden beispielsweise weltweit im Zuge der COVID-19-Pandemie eingesetzt, insbesondere um die Interaktion des Virus mit dem Zielgewebe zu verstehen und um die Aktivierung von Immunzellen und die Antikörperbildung während einer Infektion zu charakterisieren.

Die Etablierung der neuen „Clinical Proteomics Krems“ Technologieplattform stellt sowohl die umfassende Integration von Lehre und Forschung als auch die nachhaltige Stärkung des Forschungsprofils der IMC Fachhochschule Krems und des Biotechnologie-Standortes Krems sicher. Das IKB reiht sich mit dem Erwerb des Massenspektrometers in eine Reihe renommierter Forschungseinrichtungen in Österreich ein, die über High-End Geräte wie dieses verfügen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Universitätskurs Unternehmenskommunikation mit Stipendien

Universitätskurs Unternehmenskommunikation mit Stipendien

In Zusammenarbeit mit der Stadt Graz ruft UNI for LIFE, die Weiterbildungsinstitution der Universität Graz, den neuen Universitätskurs „Unternehmenskommunikation“ ins Leben. Stipendien mit bis zu 70% des Kursbeitrages sind möglich. Start ist am 7. Oktober 2022

Digitales Networking für Therapie und Rehabilitation

Digitales Networking für Therapie und Rehabilitation

„Digital Therapeutics and Rehabilitation for All“ war das Thema der diesjährigen Fachtagung build.well.being an der FH St. Pölten. Bei dem auch online übertragenen / live gestreamten Digital-Health-Event trafen sich Teilnehmerinnen aus ganz Europa. Über 100 Expertinnen aus Wissenschaft und Industrie diskutierten mit Start-ups und Studierenden digitale Innovationen für das Gesundheits- und Sozialwesen.

ÖÄK-Mayer: Mehr Studienplätze als sinnloses Mittel gegen den Ärztemangel

ÖÄK-Mayer: Mehr Studienplätze als sinnloses Mittel gegen den Ärztemangel

Österreichische Ärztekammer weist SPÖ-Forderung nach Verdoppelung der Studienplätze zurück: Mehr Fokus darauf, den Arztberuf in Österreich attraktiver zu machen.