Homeoffice und Familie – wie geht es Frauen in der Pandemie

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Zwei Jahre ist es nun her, dass die Corona-Pandemie die Welt auf den Kopf stellte und Millionen Menschen in die eigenen vier Wände verbannte. Wurde Homeoffice vor allem für berufstätige Mütter anfangs als Wunderwerkzeug propagiert, so belegt mittlerweile die internationale Forschung, dass Frauen zu den absoluten Verlierern der Krise zählen. Eine wissenschaftliche Studie dazu kommt auch von FH Burgenland Absolventin Claudia Prudic. Die klinische Psychologin analysierte die Ressourcenverteilung im Setting Homeoffice und befragte dazu 430 Personen mittels online Fragebogen sowie 12 Expertinnen in online Workshops mittels mixed research approach. Was demnach für effizientes Arbeiten im Homeoffice wichtig ist, sind neben der technischen Ausstattung, einer stabilen Internetverbindung und der entsprechenden Software auch ein Arbeitsplatz mit der nötigen Störungsfreiheit.

Wer machte während der Lockdowns 2020/21 hauptsächlich die Hausarbeit, wer kümmerte sich um die Kinder, wen betraf die mental load, also der organisatorische Aufwand, der hinter dem familiären Lebensalltag stand, am meisten? „Ganz klar die Frauen. Wobei verheiratete Mütter dabei am allerschlechtesten abschnitten“, so Claudia Prudic. Antworten auf ihre online-Befragung erhielt sie vorrangig aus Ostösterreich. „Meine Ergebnisse bestätigen die internationale Forschung in diesem Bereich. Signifikant beim Thema Ressourcen war vor allem das Nutzungsverhalten. Mütter teilten öfter die technische Ausstattung und den Arbeitsplatz mit Schulkindern und verfügten über weniger störungsfreie Zeit für ihre Erwerbsarbeit.“

Europäische Union als Hoffnungsträger

Während die Ungleichverteilung von Ressourcen ein weltweites Problem darstellt, führte Prudic in ihrer Abschlussarbeit im Masterstudiengang European Studies europäische Initiativen an, die dem entgegen wirken. „Schon im Treaty of Rome, also im Gründungsvertrag der EU, ist Geschlechtergleichstellung fest verankert. Jüngere Initiativen reichen von EIGE (European Institute for Gender Equality ) einem Monitoring Board bis hin zur Gender Strategy der van der Leyen-Kommission. „Uns ist unsere verhältnismäßig privilegierte Situation als EU Bürgerinnen oft gar nicht klar“, betont Prudic. „Für Frauen ist die EU eine wichtige Verbündete im Kampf für Gleichstellung.“

Lösungsansätze, die sowohl Frauen, als auch der heimischen Wirtschaft zu Gute kommen, liegen laut Prudic auf der Hand. „Um Frauen zu stärken und erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, muss man sie von der unbezahlten Care Arbeit entlasten. Auch der Tag einer Frau hat nur 24 Stunden. Wer in hochqualitative, leistbare und flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen und in den Pflegebereich investiert, spielt Frauen für den Arbeitsmarkt frei und setzt weitreichende Beschäftigungsimpulse am Arbeitsmarkt“, ist Claudia Prudic überzeugt. Sie selbst arbeitet als Projektleiterin und psychosoziale Beraterin beim Verein wendepunkt (www.wendepunkt.or.at), der eine Familien- und Frauenberatungsstelle, ein Frauenhaus und die Fachstelle für sexualisierte Gewalt in Wiener Neustadt betreibt. Den Masterstudiengang European Studies – Management von EU Projekten schloss sie im Sommer 2021 ab. Prudic plant mit dem im Studium erworbenen Know-how internationale Projekte rund um frauenrelevante Themen auf europäischer Ebene umzusetzen.

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