MedUni-Wien darf nun CAR-T-Zellen für Therapien herstellen

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Die MedUni Wien am AKH hat die behördliche Genehmigung zur Herstellung von CAR-T-Zellen erhalten. Das ist laut MedUni „ein Meilenstein für die Entwicklung innovativer Zelltherapien in Österreich“. Bei der Therapie werden körpereigene Immunzellen so verändert, dass sie gezielt krankhafte Zellen erkennen und zerstören können. Nun sind Studien zur Behandlung der akuten lymphatischen B-Zell-Leukämie sowie schwerer, nicht auf Therapien ansprechender Autoimmunerkrankungen geplant.

Mit der Herstellungserlaubnis positioniert sich die MedUni Wien als eines der ersten universitären Krankenhäuser in Österreich, die CAR-T-Zellen nicht nur anwenden, sondern auch selbst herstellen können, hieß es in einer Aussendung der medizinischen Hochschule. Unterstützt wird das Projekt der Universitätsklinik für Transfusionsmedizin und Zelltherapie durch einen Forschungs-Grant der Stadt Wien im Rahmen der Initiative zur Förderung interdisziplinärer Krebsforschung sowie durch Mittel der MedUni Wien und des AKH.

CAR-T steht für „Chimeric Antigen Receptor T-Zellen“. Dabei werden patienteneigene T-Zellen gentechnologisch so modifiziert, dass sie bestimmte Zielstrukturen auf krankhaften Zellen erkennen und gezielt angreifen können. Während diese Therapie ursprünglich für bestimmte Blutkrebserkrankungen entwickelt wurde, eröffnet ihre Weiterentwicklung nun neue Perspektiven in der Behandlung schwerer Autoimmunerkrankungen – „ein Gebiet mit großem ungedecktem medizinischem Bedarf“, betonte die MedUni. Die ersten beiden Studien mit der eigenen Herstellung von CAR-T-Zellen sollen noch heuer starten.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Altersforschung: Frauen werden älter – aber auch kränker

Altersforschung: Frauen werden älter – aber auch kränker

Wissenschafterinnen und Wissenschafter sind der Frage nachgegangen, ob und wie sich der Gendergap im Hinblick auf Gesundheit und Pflege verändert - mit ernüchternde Erkenntnissen.

Starkes Plus bei ME/CFS-Fällen, aber Minus bei Anerkennungsquote
PVA

Starkes Plus bei ME/CFS-Fällen, aber Minus bei Anerkennungsquote

Die Quote der Ablehnungen der Anträge stieg in den letzten Jahren deutlich an, wie aus einer aktuellen Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage hervorgeht. Unklar bleibt, wie viele Anträge von ME/CFS-Betroffenen in den letzten fünf Jahren bei der PVA überhaupt gestellt wurden.

Menstruationsbericht soll Tabu aufbrechen
Österrreich

Menstruationsbericht soll Tabu aufbrechen

Der erste österreichische Menstruationsgesundheitsbericht liefert erstmals repräsentative Daten über Monatsblutungen bei Frauen, Endometriose und Wechseljahre. Die Studienautorin ortete einen Handlungsbedarf, was flächendeckende, niederschwellige und kostenfreie Aufklärung betrifft.