Neuer Strukturplan soll Spitäler entlasten

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Der Regionale Strukturplan Gesundheit 2030 (RSG), mit dem Kärntens Spitäler entlastet und Kosten eingespart werden sollen, ist am in Klagenfurt präsentiert worden. So soll die Allgemeinchirurgie in zwei Krankenhäusern aufgelassen werden, weiters sind zehn neue Primärversorgungszentren geplant. Hoch im Kurs stehen außerdem Kooperationen zwischen den einzelnen Krankenhäusern, sagten die Verantwortlichen vor Journalisten.

Besonders die Bevölkerungsentwicklung bringt große Herausforderungen mit sich, erklärte Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ). 2040 wird zumindest ein Drittel der Menschen in Kärnten älter als 60 Jahre sein – das beeinflusse die Gesundheitsversorgung. Es werde weiterhin Kostensteigerungen geben, ergänzte ÖVP-Klubobmann Markus Malle: „Das wird weiter so gehen. Aber wir schaffen es mit dem RSG, den Steigerungswert massiv zu dämpfen.“ Abgesehen von der bereits bekannten Zusammenlegung der Kliniken Treffen und Waiern sowie der Übersiedlung des Unfallkrankenhauses aufs Gelände des Klinikums Klagenfurt im Jahr 2030 gebe es eine Standortgarantie für die Krankenanstalten – allerdings werde es Spezialisierungen geben.

Oberstes Ziel sei es, die Spitäler zu entlasten: „Damit nur jene Patienten hinkommen, die auch wirklich hinmüssen“, erklärte Prettner. Deshalb werde die Versorgung außerhalb der Krankenhäuser ausgebaut, etwa durch die Errichtung von bis zu acht Ambulatorien für Urologie, Augenheilkunde, Dermatologie, Schmerzbehandlung und Diabetes. Zu den fünf Primärversorgungszentren, die bereits außer Streit stehen, sollen zehn weitere hinzukommen, um die „wohnortnahe Versorgung“ sicherzustellen. Und in Klagenfurt soll es nach dem Vorbild Villach eine Erstversorgungsambulanz für Patienten ohne Zuweisung geben: In Villach werden 87 Prozent der Patienten auch in dieser Ambulanz endbehandelt und belasten so die Spitalsstrukturen nicht, so Prettner. Sie hob außerdem eine Ausweitung der Übergangspflege hervor, mit der der akutstationäre Bereich entlastet werden soll.

Malle kündigte an, dass die Gesundheitshotline 1450 für eine bessere Patientenstromlenkung genutzt werden soll. Die Allgemeinchirurgie im Elisabethinen-Krankenhaus und im Krankenhaus Friesach wird 2027 aufgelassen, die entsprechenden Leistungen durch das Klinikum Klagenfurt und das Krankenhaus St. Veit abgedeckt. Bei den Elisabethinen wird dafür die Geriatrie eine eigene Abteilung. Übersiedelt das UKH, dann werden im Klinikum die Unfallchirurgie und die Orthopädie aufgelassen, weil diese Bereiche dann durch das UKH abgedeckt werden. Große Einsparungen erhofft man sich durch die Einrichtung von Verbünden zwischen Klinikum Klagenfurt und LKH Villach, und zwar in den Bereichen Pathologie, Labor und Apotheke. Insgesamt sieht der RSG 2030 im Vergleich zu jenem vor fünf Jahren die Reduzierung von 126 Betten (von 2.816 auf 2.690) vor. Allerdings, ergänzte Malle, sind unter den 126 Betten auch solche, die nur geplant, aber nie realisiert wurden.

Der RSG 2030 soll bereits am Dienstag im Gesundheitsausschuss des Kärntner Landtages präsentiert werden. Im Oktober erfolgt die Übermittlung an das Bundesministerium und im November der Beschluss in der Landes-Zielsteuerungskommission.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: