Prostatakrebs: Neue funktionserhaltende OP-Methode am AKH

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Autor: Scho

Prostatakrebs ist mit rund 7.500 Diagnosen im Jahr die häufigste Krebserkrankung in Österreich. Bei einem neuen chirurgischen Ansatz am AKH/MedUni Wien steht nicht mehr automatisch die Entfernung der Prostata im Mittelpunkt, „sondern die präzise robotische Behandlung des Tumors bei bestmöglichem Erhalt von Lebensqualität, Kontinenz und Sexualfunktion“, teilte die MedUni am Dienstag in einer Aussendung mit. Es ist das erste Spitalszentrum mit dieser Technik außerhalb der USA.

Die neue Operationsstrategie wird am AKH im Rahmen einer Studie der MedUni bei ausgewählten Patienten mit Prostatakrebs eingesetzt. Möglich wurde dieser Ansatz durch mehrere Fortschritte der vergangenen Jahre, hieß es in der Aussendung. Prostatakrebs wird heute häufiger früher erkannt. Moderne anatomische und funktionelle Bildgebung erlaubt eine wesentlich präzisere Darstellung von Lage und Ausdehnung des Tumors. Eine verbesserte molekulare und klinische Risikostratifizierung hilft zudem, jene Patienten zu identifizieren, bei denen ein funktionserhaltendes Vorgehen onkologisch sinnvoll und sicher vertretbar ist.

„Wir erleben hier einen echten Wandel in der Prostatakrebschirurgie. Über Jahrzehnte hinweg war die radikale Entfernung der gesamten Prostata der Standard, erläuterte Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie sowie des Comprehensive Cancer Centers von MedUni/AKH Wien. „Mit der neuen Präzisionsoperation können wir bei sorgfältig ausgewählten Patienten einen anderen Weg gehen: Wir behandeln den Tumor mit einem Sicherheitsrand und versuchen gleichzeitig, möglichst viel gesundes Gewebe und möglichst viele Funktionen zu erhalten.“

Zur Unterstützung bei der Einführung der neuen Methode besucht ein spezialisiertes Team aus New York unter der Leitung von Mani Menon die Universitätsklinik für Urologie in Wien. Gemeinsam wird die Einführung der Methode wissenschaftlich evaluiert.

Die prostataerhaltende Operation bei Prostatakrebs folgt laut MedUni einem Paradigmenwechsel, der bereits aus der Brustkrebstherapie bekannt ist: weg von maximaler Radikalität hin zu gezielten, funktionserhaltenden Eingriffen. Vergleichbar ist dies mit der Entwicklung von der vollständigen Brustentfernung (radikale Mastektomie) zur sogenannten Lumpektomie, bei der nur der Tumor mit einem Sicherheitsrand entfernt wird und die Brust erhalten bleibt.

(APA/red.)

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