Liebe Leserinnen und Leser,

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Josef Ruhaltinger

die Pflegereform hat das Zeug zum Lehrbeispiel. Sämtliche Akademien für politische Bildung, die diesen Namen verdienen, sollten sich das „Making of“ dieser Reform auf Festplatte speichern. Nach Jahren mit Arbeitsgruppen, „digitalen Beteiligungsprozessen“ und Task Forces hatte sich ein enormer Handlungsdruck auf die Regierung aufgebaut. Auch sie weiß: Die nächste COVID-Welle kommt bestimmt. Was dann folgte, ist ein Leckerbissen für politische Taktiker. Niemand außerhalb eines ganz engen Kreises im Gesundheitsministerium, im Finanzministerium und im Büro des schwarzen Klubobmanns August Wöginger hatte einen Schimmer, dass eine Pflegereform kurz vor ihrer Präsentation stand. Die Königsidee dabei: Durch die Mobilisierung der Pflegemilliarde wurden Verhandlungen mit den Pflegezuständigen auf Länderseite kunstvoll umschifft. Keine Diskussionen, keine Kompromisse, keine Info-Lecks. Nun könnte man meinen, dass die Kommunikationsabteilungen der beteiligten Akteure das politische Kleingeld zu dem Polit-Coup einsammeln würden. Falsch! Professionell reagierten nur die rest-türkisen Kommunikatoren, die bereit waren, off records – ohne Zitation – ihre Sicht zur Pflegereform auszubreiten. Das Angebot – normal eine journalistische Delikatesse – musste abgelehnt werden, weil es keinerlei Möglichkeiten des Checks gab. Der wäre – im Kern – durch einen Abgleich mit dem Narrativ der Grünen gewährleistet gewesen. Leider gab es keine grüne Sichtweise: Weder das Büro von Sigrid Maurer noch das des Gesundheitsministers reagierten auf unsere Anfragen. Nicht einmal eine Absage. Nada. Null. Ein Mail an Amazon erfährt größere Aufmerksamkeit. Man kann nur hoffen, dass die Grünen den Rest der politischen Aufgaben weniger amateurhaft erledigen.

Wie professionelle Pressearbeit geht, zeigte das Kommunikationsteam der Oberösterreichischen Gesundheitsholding. Vier Tage nach dem Erstkontakt gab es das erste Fotoshooting mit Anna Maria Dieplinger, einen Tag darauf das Interview – und dies, ohne sich in meine journalistischen Aufgaben einzumischen. Ein großes Danke nach Linz!!!

Bleiben Sie uns gewogen!!!