Kurz und knapp

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Autor: Josef Ruhaltinger

Pflegestützpunkt des Burgenlandes startet ab Herbst

Der erste Pflegestützpunkt wird heuer im Herbst in Schattendorf seine Pforten öffnen. Das Gebäude nahe der Grenze zu Ungarn wurde ursprünglich als reines Wohnhaus geplant und steht bald vor der Fertigstellung. Es wird das Zentrum für alle Betreuungstätigkeiten der Gemeinden Baumgarten, Draßburg, Loipersbach, Marz, Rohrbach und Schattendorf (alle Bezirk Mattersburg) sein. Betreiber des Pilotprojekts ist die Soziale Dienste Burgenland GmbH. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialen Dienste Schattendorf werden übernommen und eingegliedert. Im Jänner hat die burgenländische Landesregierung ein neues Pflegemodell präsentiert. Es soll wohnortnahe Pflege ermöglichen und sieht vor, dass es 71 Stützpunkte in 28 Regionen geben soll.

Corona heilt Finanzlage deutscher Kliniken

Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich im Jahr 2020 deutlich verbessert. Nur noch 7 Prozent lagen im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. Auch ihre Ertragslage ist besser geworden, nur noch 28 Prozent der Kliniken schrieben auf Konzernebene einen Jahresverlust. Maßgeblich für die bessere wirtschaftliche Lage der Kliniken waren die Ausgleichszahlungen und andere Hilfen von Bund und Ländern im Rahmen der COVID-19-Pandemie. Zu diesen Ergebnissen kommt der Krankenhaus Rating Report 2022, der gemeinsam vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Institute for Healthcare Business GmbH (hcb) in Kooperation mit der Bank im Bistum Essen (BIB) erstellt wurde. Datengrundlage des „Krankenhaus Rating Report 2022“ sind 540 Jahresabschlüsse von Krankenhäusern aus dem Jahr 2019 und 544 aus dem Jahr 2020.

Digital Health-Vordenker und Ex-Kages-Chef Werner Leodolter tödlich verunglückt

Am 2. Juni war er einer der Hauptredner am Kongress der Österreichischen Gesundheitswirtschaft. Wenige Tage später verunglückte Werner Leodolter bei einem Autounfall während eines Urlaubsaufenthalts in Island. Der Obersteirer galt als einer der führenden Experten im Bereich von Digital Health mit Schwerpunkt Telemedizin. Seine Frau Andrea – sie ist Vizepräsidentin des steirischen Roten Kreuzes – wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Werner Leodolter war nach einer Karriere bei der Voestalpine von 2008 bis 2013 CEO der steirischen Kages und fungierte dort bis zuletzt als Leiter des IT-Bereichs. Er war auch als Professor für angewandte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Graz aktiv und engagierte sich erst vor drei Jahren als Co-Founder in einem Start-up, das sich mit Datenanalysen und patientenbezogenen Prognosemodellen befasst. Werner Leodolter wäre im Juli 65 Jahre alt geworden.

60 Sprachen für die Notaufnahme

Um in der Notaufnahme die Verständigungsschwierigkeiten in den Griff zu kriegen, installierte das Salzkammergut Klinikum ein Video-Dolmetschsystem, das binnen weniger Minuten einsatzbereit ist. Über ein Tablet wird aus der Erstversorgung eine Verbindung mit fachlich geschulten Dolmetschern hergestellt. Die beeideten Übersetzerinnen sind dann dem Patientengespräch live zugeschaltet und übersetzen simultan. Derzeit kann auf diese Weise problemlos in über 60 Sprachen, von A wie Albanisch bis V wie Vietnamesisch, kommuniziert werden.

Innsbrucker Team an großem MSA-Forschungsprojekt beteiligt

Die Multisystematrophie (MSA) ist eine tödlich verlaufende neurodegenerative Erkrankung, für die es bislang keine wirksame Therapie gibt. Eine groß angelegte Studie unter der Leitung der New York University will dazu neue Erkenntnisse erheben. Als einziger europäischer Forschungspartner ist das MSA-Team an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie maßgeblich an dieser Studie beteiligt. Das Innsbrucker Team wird geleitet von Gregor Wenning, der die Studie in Innsbruck – dem einzigen Standort in Europa – gemeinsam mit den Neurologen Klaus Seppi und Florian Krismer sowie weiteren Kolleginnen und Kollegen abwickeln wird.

Erste Entscheidungen für Leitspital Liezen

Am 13. Juli 2022 fand die Entscheidungssitzung des Preisgerichts im Generalplaner-Wettbewerb für das Leitspital Bezirk Liezen statt. Zu den weiteren Verhandlungen wurden die drei Sieger (ein Wiener und zwei Grazer Büros) eingeladen. Die KAGes übernimmt als Errichter des Leitspitals Bezirk Liezen die Verhandlungen. Die Beauftragung des Generalplaners stand bei Redaktionsschluss noch aus. Das neue Krankenhaus in Stainach-Pürgg soll mit 230 Betten bis 2027 fertiggestellt werden. Das Leitspital wird ein umfassenderes medizinisches Angebot bieten als die bisherigen Spitäler in Bad Aussee, Rottenmann und Schladming zusammen. Die drei alten Standorte sollen in ambulante fachärztliche Versorgungs- bzw. Gesundheits- und Facharztzentren umgewandelt werden.

Quellen und Links:

Krankenhaus Rating Report 2022

Innsbrucker Neurologie nimmt an MSA-Projekt teil

Fresenius

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