Nachhaltigkeit ist in den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) mehr als ein Schlagwort. Sie ist gelebte Realität, in Form einer bewussten Wertehaltung und fester Bestandteil der Unternehmensstrategie und des Leitbildes.
Die Anfänge im Bereich Nachhaltigkeit in den GGZ reichen bis ins Jahr 2000 zurück, als mit der Einführung des Umweltmanagementsystems ÖKOPROFIT, einer Initiative des Umweltamtes der Stadt Graz, ein Zeichen für Umwelt- und Klimaschutz gesetzt wurde. Das Engagement konzentrierte sich auf das Energie- und Abfallmanagement und wurde von einem neu installierten Umweltteam realisiert. An den drei Standorten Gries, Rosenhain und Robert Stolz wurden schnell beachtliche Erfolge erzielt: Bereits in den ersten drei Jahren der Mitgliedschaft im ÖKOPROFIT-Netzwerk konnten 69 Maßnahmen in den Bereichen Abfall, Wasser, Strom und Fernwärme sowie innerhalb der Bewusstseinsbildung und Aufklärung der Mitarbeitenden umgesetzt werden. So wurde beispielsweise der Wasserverbrauch durch technische Maßnahmen und die Einführung eines laufenden Monitorings reduziert. Zudem konnten im Bereich Abfallmanagement die Behälteranzahl und das Abholintervall für den Restmüll durch die Sensibilisierung der Mitarbeitenden verringert werden. Mit den gesamten Maßnahmen dieser Anfangszeit konnte in den Bereichen Abfall, Wasser sowie Strom und Wärmeenergie eine jährliche Einsparung in Höhe von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht werden.

Überblick. Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Pflegewohnheims Aigner-Rollett.
Nachhaltige Strategie in allen drei Dimensionen
Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Nachhaltigkeitsbewusstsein des Unternehmens weiter. So verankerten die GGZ Nachhaltigkeit mit ihren drei Dimensionen – Umwelt, Governance und Soziales – sowohl in der Strategie als auch im Leitbild. Bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit bekennen sich die GGZ zu internationalen Abkommen und übergeordneten Zielsetzungen, allen voran der Klimaschutzstrategie und dem Klimaschutzleitbild der Stadt Graz. „Wir setzen auf hohe ethische Standards, nachhaltige Ressourcennutzung und Klimaschutz im Einklang mit den Zielen der Stadt Graz. Das städtische Klimaschutzleitbild bildet den Rahmen für unser Engagement und unsere Zielsetzungen“, beschreibt Franz Scheucher, Leiter Technik und Facility Management, die nachhaltige Strategie der GGZ. Dabei haben die GGZ stets den im Leitbild verankerten Grundsatz „Wir leisten durch nachhaltiges Handeln einen gesellschaftlichen Mehrwert.“ vor Augen. Ziel ist es, langfristig ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen und dadurch einen positiven Beitrag zur Umwelt und Gesellschaft zu leisten.
Die Verantwortung der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens ist auf oberster Managementebene festgelegt und innerhalb eines eigens ins Leben gerufenen Nachhaltigkeitsausschusses auf die unterschiedlichen Bereiche verteilt. Der Nachhaltigkeitsausschuss tagt jährlich und kontrolliert, evaluiert und optimiert die Umsetzung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Somit tragen die höchsten Organe der GGZ und die einzelnen Bereiche die Verantwortung für die Festlegung neuer Nachhaltigkeitsziele und deren Umsetzung mit diversen Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
Die GGZ erfüllen ihren gesellschaftlichen Auftrag und den Anspruch, über ihre Umweltauswirkungen sowie die Entwicklungen und Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit transparent zu berichten. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2025 der erste Nachhaltigkeitsbericht bezugnehmend auf den international anerkannten GRI-Standard veröffentlicht, welcher in zweijährigen Intervallen aktualisiert wird.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen der drei Dimensionen
Im Bereich Umwelt setzen die GGZ unter anderem auf Photovoltaik-Anlagen, ein effizientes Abfallmanagement und auf nachhaltige Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Aktuell wird im Rahmen der Speisenversorgung gemeinsam mit dem Partner Contento eine nachhaltig gestaltete Verpflegung für die Patient:innen und Bewohner:innen umgesetzt. Dies wird durch eine fleischreduzierte und trotzdem nährstoffreiche Ernährung erreicht, die die Gesundheit fördert und den CO2-Ausstoß reduziert.
In der sozialen Dimension fördern die GGZ beispielsweise durch flexible Dienstpläne und einen Kindergarten mit erweiterten Öffnungszeiten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem bieten sie mit ihrem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) vielfältige gesundheitsfördernde Maßnahmen.
Im Bereich der Governance legen die GGZ großen Wert auf eine transparente Kommunikation, eine verantwortungsvolle Beschaffung sowie die Stärkung des Nachhaltigkeitsbewusstseins der Mitarbeitenden durch verpflichtende Schulungsmodule.
Diese vielfältigen Maßnahmen wirken und werden gesehen. So durfte sich das Unternehmen in der Vergangenheit über eine Vielzahl von Auszeichnungen für das gezeigte Engagement freuen. Für das Umweltengagement erhalten die GGZ seit 25 Jahren die ÖKOPROFIT-Auszeichnung. Die Pflegewohnheime Erika Horn, Peter Rosegger und Aigner Rollett wurden als Passiv- und Niedrigenergiehäuser unter anderem GreenBuilding zertifiziert. Für das Angebot in der sozialen Dimension erhielt das Unternehmen das Gütesiegel Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und den österreichischen Verwaltungspreis 2023 für das Projekt Haus Esther. 2025 durften die GGZ, unter anderem für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit, den Staatspreis Unternehmensqualität 2025 der Quality Austria entgegennehmen. Im Rahmen des Assessments wurde den GGZ die höchste Reifegradstufe nach dem Excellence Framework Europe (EFE) zuerkannt. Die Einreichung erfolgte nach dem EFQM-Modell und es wurde den GGZ eine Punkteanzahl von 800 – 850 Punkten zugesprochen.
Der nachhaltige Weg geht weiter
In der sozialen Dimension möchten die GGZ mit dem laufenden Projekt „Werte leben“ eine Kultur fördern, in der die Unternehmenswerte aktiv in den Arbeitsalltag integriert werden. Der Schwerpunkt wird dabei vertiefend auf das Diversity Management gelegt. Im Bereich Governance werden die GGZ weiterhin bei Ausschreibungen das Best-Bieter-Prinzip anwenden und den Fokus auf lokale und regionale Beschaffung legen. In der Dimension Umwelt steht die Sensibilisierung und Einbindung der Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Hier werden weitere Möglichkeiten für die Mitarbeitenden geschaffen, sich aktiv an Maßnahmen und Projekten zu beteiligen, Ideen einzubringen und auf diese Weise mitzugestalten.
Zur Zielerreichung der Klimaneutralität wird die GGZ-Eigenstromversorgung durch weitere Photovoltaik-Anlagen ausgebaut. Nachhaltigkeit – Ein Einsatz, der sich auszahlt: Insgesamt konnten in den letzten 25 Jahren durch die Vielzahl umgesetzter Maßnahmen 2.700 t CO2 eingespart werden.

Autor:in:
Susanna Kus, BSc, MBA
Mitarbeiterin Marketing/PR/Koordination Nachhaltigkeitsmanagement
Franz Scheucher, MAS
Leiter Technik und
Facility Management,
Marketing/PR

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit GGZ (Entgeltliche Einschaltung)

