Gehirn-Phantom aus dem Drucker

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Autor: Scho

Auf den ersten Blick mag das sehr kleine, würfelartige „Gehirn-Phantom“ aus dem 3D-Drucker wenig mit der eigenen Vorstellung unseres Denkapparates zu tun haben. Aber in seinem Aufbau ist es der Architektur von Gehirngewebe nachempfunden und wurde als solches von den beteiligten Einrichtungen, der Technischen Universität (TU) Wien und der Medizinischen Universität Wien, als das „weltweit erste 3D-gedruckte ‚Gehirn-Phantom'“ vorgestellt.

Es kann mit einer speziellen Variante von Magnetresonanztomografie, der sogenannten diffusionsgewichteten MRT (dMRT), bildlich dargestellt werden. Mit Hilfe der entwickelten Phantome könne die dMRT verbessert werden, wovon die Planung von Operationen und die Erforschung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose profitieren könnten, hieß es.

Im Inneren des Gehirn-Phantoms „befinden sich feinste, mit Wasser befüllte Mikrokanäle in der Größenordnung einzelner Hirnnerven“. Die Durchmesser dieser Kanäle sind laut den Angaben fünfmal dünner als ein menschliches Haar. Die Forschenden nutzten eine hochauflösende 3D-Druck-Methode, die „Zwei-Photonen-Polymerisation“, um die Nachbildung des Netzwerks von Nervenzellen im Gehirn zu erstellen. Das Verfahren ermöglicht den Druck von Details im Mikro- und Nanometerbereich „und eignet sich daher sehr gut, um Hirnnerven abzubilden“, wurde Co-Erstautorin Franziska Chalupa-Gantner von der TU Wien in der Mitteilung zitiert: „Gleichzeitig dauert es mit dieser Technik aber entsprechend lange, einen mehrere Kubikzentimeter großen Würfel zu drucken.“ Ziel sei es daher, nicht nur noch komplexere Designs zu entwickeln, sondern auch den Druckprozess weiter zu optimieren. Die Studie erschien jüngst im Journal „Advanced Materials Technologies“.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/red.)

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