Boltzmann-Gesellschaft mit Budgetplus von 43 Prozent bis 2026

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) erhält in den Jahren 2024 bis 2026 ein Budget in Höhe von 38 Millionen Euro. Das sieht die Leistungsvereinbarung zwischen LBG und Bildungsressort vor, die Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) und LBG-Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner am Rande einer Tagung zur Klinischen Forschung in Wien präsentierten. Das sei ein Plus von 43 Prozent gegenüber der Periode 2022-2023 (18 Mio. Euro), so Polaschek.

Das Budget ermögliche der LBG, „neue Institute zu gründen und renommierte Forscher wieder nach Österreich zu holen“, spielte Polaschek auf die kürzlich bekannt gegebene Verpflichtung des österreichischen, aus der Pandemie bekannten Virologen Florian Krammer von der Icahn School of Medicine in New York (USA) an. Er übernimmt eine Teilzeit-Professur an der Medizin-Uni Wien und leitet ab 2025 ein neues Ludwig-Boltzmann-Institut (LBI) für Wissenschaftsvermittlung und Pandemievorsorge.

Mit der 2020 eingeläuteten Neuausrichtung der LBG werden neue LBI nur mehr im Bereich Medizin und Gesundheitswissenschaften eingerichtet. Um Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, seien wirksame Methoden wie neue Diagnostika, innovative Medikamente und Therapien notwendig, die auf Ergebnissen der Grundlagenforschung basieren, sagte der Minister. Es brauche aber auch den Weg von der Grundlagenforschung hin zum Patienten – und genau hier, in der Stärkung der translationalen Forschung, liege eine Hauptaufgabe der LBG.

Dabei spielt auch die neue Förderschiene der LBG für „Klinische Forschungsgruppen“ eine wichtige Rolle. Die ersten drei davon – mit Ausrichtung auf Kardiologie, Gastroenterologie und Onkologie – wurden im vergangenen Herbst eingerichtet. Ihnen stehen insgesamt 24 Mio. Euro für acht Jahre zur Verfügung. „Eine Gruppe erhält über acht Jahre eine Mio. Euro pro Jahr – damit erreichen wir eine Dimension, die international trägt, denn mit klein-klein kommen wir nicht weiter“, sagte Smolle-Jüttner. Ähnliches gelte für die LBI, die jeweils über zehn Jahre 1,5 Mio. Euro jährlich erhalten – „das ist attraktiv für Forscher“.

Das Bildungsministerium stellt für eine weitere „Klinische Forschungsgruppe“ zusätzlich acht Mio. Euro zur Verfügung. Zudem hofft die LBG auf Mittel für zwei zusätzliche derartige Gruppen aus dem „Fonds Zukunft Österreich“. Wann eine Ausschreibung für neue LBI bzw. „Klinische Forschungsgruppen“ erfolgen wird, ließ Smolle-Jüttner offen.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

CD-Labor will Herz-OPs noch schonender machen

CD-Labor will Herz-OPs noch schonender machen

In einem nun an der Medizinischen Universität Wien eröffneten Labor sollen neue Techniken erforscht werden, um Herz-OPs noch schonender zu machen. Ziel sind noch kleinere Schnitte und der Einsatz besonders kleiner, präziser Instrumente, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Startschuss für Stipendien in Medizinausbildung in der Stmk

Startschuss für Stipendien in Medizinausbildung in der Stmk

Die mit zehn Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre budgetierten Stipendien sollen dafür sorgen, dass die angehenden Ärztinnen und Ärzte auch nach ihrer Ausbildung einen gewissen Zeitraum in Spitälern der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) oder als Kassenärzte arbeiten.

Weitere Privatuni kämpft um Medizin-Master

Weitere Privatuni kämpft um Medizin-Master

Auch der Danube Private University Krems (DPU) wurde wegen Qualitätsmängeln von der Akkreditierungsagentur AQ Austria die Zulassung für ihren Humanmedizin-Masterstudiengang entzogen. Davon betroffen könnten auch burgenländische Stipendiaten sein.