Gerresheimer kassiert Jahresziele - Konzernumbau geplant

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

Die Geschäfte des für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierenden Verpackungsherstellers Gerresheimer laufen schlechter als erwartet. Daher kassierte der Vorstand des deutschen Konzerns seine Jahresziele und kündigte ein Sparprogramm an. Die Nachricht sorgte für einen Kurssturz. Die im deutschen Nebenwerteindex MDax notierten Papiere rauschten im frühen Handel um neun Prozent in die Tiefe.

„Die operative Entwicklung unseres Geschäfts in den ersten neun Monaten liegt klar unter unseren Erwartungen“, erklärte Firmenchef Dietmar Siemssen. Vor allem die Nachfrage aus der Kosmetikindustrie sei mau. Doch auch im Bereich Pharma seien die Bestellungen von Verpackungen für die Einnahme von flüssigen Medikamenten gedämpft. Um wieder auf Kurs zu kommen, werde Gerresheimer ein umfassendes „Transformationsprogramm“ einleiten und ein Kostensenkungsprogramm starten, das unter anderem eine „selektive Investitionsplanung“ vorsehe. Zudem solle die Erweiterung des Produktportfolios auf Systeme und Lösungen für Biopharmazeutika einen wichtigen Beitrag leisten.

Im laufenden Jahr peilt Gerresheimer nun organisch einen Umsatzrückgang um 2 bis 4 Prozent an. Zuvor hatte der Vorstand eine Stagnation bis zu einem Plus von 2 Prozent avisiert. Für die bereinigte operative Umsatzrendite (EBITDA-Marge) nannte er eine Spanne von 18,5 bis 19 Prozent statt 20 Prozent. Nach ersten Berechnungen sanken die Erlöse im dritten Quartal um 1,2 Prozent, die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 18,8 Prozent.

(APA/Reuters/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anteil der Biotechmedikamente bei Neuzulassungen steigt

Anteil der Biotechmedikamente bei Neuzulassungen steigt

2022 lag der Anteil von Biopharmazeutika bei den Neuzulassungen bei 59 Prozent - so hoch wie nie zuvor. Die Zahl der Beschäftigten in der Biotechbranche legte 2022 um fast neun Prozent zu.