Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers gibt einen Teil seines Geschäfts mit Ultraschallgeräten auf. Normale Geräte, wie sie in vielen Arztpraxen zum Einsatz kommen, würden ab sofort nicht mehr vertrieben, teilte die Siemens-Tochter in Erlangen mit. Siemens Healthineers werde künftig nur noch Ultraschallsysteme herstellen und verkaufen, die zur Überwachung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und -Operationen dienen.
„Bildgebung wird mehr und mehr zu einem Teil der Therapie, nicht nur der Diagnose“, sagte Sourabh Pagaria, der das Ultraschall-Geschäft von Siemens Healthineers leitet. Es gehört zur Sparte Precision Therapy und erwirtschaftete 2025 gut 600 Millionen Euro Umsatz, neun Prozent des Umsatzes der Sparte.

Hintergrund der Entscheidung ist, dass Siemens Healthineers bei den gewöhnlichen Ultraschallgeräten nicht zu den führenden Anbietern wie Philips, GE Healthcare, Fujifilm und Canon gehört, was sich negativ auf die Margen auswirkt. „Obwohl wir erheblich in General Imaging investiert haben, ist der Markt äußerst wettbewerbsintensiv, und wir konnten uns gegenüber großen und neu aufkommenden Anbietern nicht behaupten“, sagte eine Sprecherin. Die Versorgung der Patienten sei nicht gefährdet: „Der Markt für allgemeine Ultraschallsysteme wird von mehreren etablierten Anbietern gut bedient“, erklärte Siemens Healthineers. Der Service für Bestandskunden von Healthineers sei sichergestellt.
Healthineers produziert die Ultraschallgeräte in den USA, Südkorea und der Slowakei. Bereits vor einigen Jahren hatte das Unternehmen erwogen, die Ultraschall-Sparte zu verkaufen, die Pläne dann aber wieder verworfen.
(APA/Reuters/red.)

