Adipöse Männer: dreifaches Post-Covid-Syndrom-Risiko

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Sowohl nach dem Body-Mass-Index (BMI) als auch dem Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße haben adipöse Männer ein bis zu dreifach höheres Risiko, nach einer SARS-CoV-2-Infektion an dem Post-Covid-19-Syndrom zu leiden. Das hat eine Studie mit 500 Wehrpflichtigen in Graz ergeben.

„Adipositas gilt als möglicher Risikofaktor für das Post-Covid-19-Syndrom“, schrieben jetzt Reinhard Domanyi und seine Co-Autoren (Heeresspital Graz/MedUni Graz) im Journal of Clinical Medicine. Die meisten Studien dazu hätten den bekannten Body-Mass-Index (BMI) als Marker verwendet. Das Taille-zu-Körpergröße-Verhältnis (WhtR) dürfte allerdings als Indikator für zentrale Adipositas (Bauchfett) ein speziell für das Herz-Kreislauf-Risiko geeigneter Maßstab sein. Dabei wird einfach der Taillenumfang durch die Körpergröße dividiert. Ein Wert von mehr als 0,5 gilt als Risiko für Adipositas.

Im Rahmen der Studie wurden 500 männliche Wehrpflichtige im Alter von 18 Jahren den Messungen unterzogen. Teilnehmer mit einer vorangegangenen Covid-19-Erkrankung wurden über nach der Infektion anhaltende oder neue Symptome befragt. Für den BMI galten die WHO-Definitionen (BMI 30 oder darüber Adipositas), ebenso ein WhtR von 0,5 oder darüber (zentrale Adipositas).

Die Ergebnisse waren ziemlich eindeutig, so die Wissenschafter: „Von den 376 Teilnehmern mit einer vorangegangenen Covid-19-Erkrankung entwickelten 82 (21 Prozent) ein Post-Covid-19-Syndrom. Adipositas (BMI gleich oder größer 30) war bei denjenigen mit einem Post-Covid-19-Syndrom häufiger als bei denjenigen ohne (15 Prozent versus fünf Prozent). Adipositas, definiert anhand des BMI, war mit einem höheren Risiko für einen Post-Covid-19-Verlauf assoziiert.“ Hier ergab sich eine um den Faktor 2,8 größere Häufigkeit.

Auch nach dem Taillen-zu-Körpergröße-Verhältnis (WHtR) und zentraler Adipositas zeigte sich für die stark Übergewichtigen ein höheres Post-Covid-Risiko: 26 Prozent berichteten von dem Syndrom versus 14 Prozent der nicht von Adipositas Betroffenen. Hier zeigte sich eine Steigerung des Risikos um den Faktor 2,18.

Die Fachpublikation finden Sir hier.

(APA/red.)

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