Behörde findet schädliche Chemikalien in Kosmetika

Lesedauer beträgt 3 Minuten
Autor: Scho

Fast 300 auf dem europäischen Markt erhältliche Kosmetikprodukte enthalten gesundheitsgefährdende oder umweltschädliche Chemikalien. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hervor. Die EU-Behörde mit Sitz in Helsinki fand unter anderem in Eyelinern und Liplinern sowie in Haarspülungen und Haarmasken Inhaltsstoffe, die in solchen Produkten verboten sind.

Der Grund für das Verbot ist, dass die Stoffe in der Umwelt nur langsam abgebaut werden oder im Verdacht stehen, der Fruchtbarkeit zu schaden oder krebserregend zu sein. Die ECHA hat im Zeitraum von November 2023 bis April 2024 knapp 4.500 Kosmetika in 13 europäischen Ländern untersucht – unter anderem in Österreich, Deutschland, Dänemark und Italien. Dabei haben sich die Fachleute vor allem die Liste der Inhaltsstoffe angesehen.

285 der untersuchten Produkte – rund sechs Prozent – enthielten dem Bericht zufolge gefährliche Chemikalien. Dabei handelte es sich hauptsächlich um die Stoffe Perfluorononyl Dimethicone und Decamethylcyclopentasiloxan, auch D5 oder Cyclopentasiloxane genannt. Der erstgenannte Stoff gehört zu den PFAS-Chemikalien. Diese werden auch Ewigkeitschemikalien genannt, weil sie sich in der natürlichen Umwelt nicht abbauen.

Laut ECHA-Bericht haben die nationalen Behörden Maßnahmen ergriffen, um die Produkte mit den gefährlichen Inhaltsstoffen vom Markt zu entfernen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liefen die Nachforschungen demnach noch in etwa der Hälfte der Fälle.

Die Chemikalienagentur rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, die Liste der Inhaltsstoffe bei Kosmetika auf die oben genannten Chemikalien hin zu überprüfen. Die Behörde unterstrich, dass die gefährlichen Stoffe in Produkten sämtlicher Preiskategorien gefunden wurden.

An dem ECHA-Projekt nahmen Österreich, Deutschland, Dänemark, Finnland, Island, Italien, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Norwegen, Rumänien und Schweden teil. Wie viele Produkte in welchen Ländern gefährliche Inhaltsstoffe enthielten, ging aus dem Bericht nicht hervor.

Den Bericht finden Sie hier.

(APA/dpa/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Wiener Forscher machen Durchbruch bei Stammzellenforschung

Wiener Forscher machen Durchbruch bei Stammzellenforschung

In der Studie stießen die Wissenschafter auf Prozesse, die an der Wiederherstellung des Gleichgewichts der T-Zellen im Immunsystem beteiligt sind. Gerade diese Balance zwischen den Immunzellen im menschlichen Körper ist besonders wichtig für Stammzellen-Transplantation.

Neue Therapien für Blutkrebs können Leben verlängern

Neue Therapien für Blutkrebs können Leben verlängern

In vielen Fällen konnten Erkrankungen, die noch vor zwei Jahrzehnten tödlich verlaufen sind, in chronische Krankheiten umgewandelt werden. Anlässlich des internationalen Awareness-Monats Blutkrebs im September informierten Expertinnen und Experten in Wien über neue Therapien.