Demenz und intellektuelle Beeinträchtigung - Neues Test-Tool aus Graz

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Autor: Scho

Das Erkennen von Demenz bei Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen stellt eine besondere Herausforderung dar. Häufig werden Anzeichen wie das Vergessen von Namen oder Probleme bei einfachen Rechenaufgaben als Teil der bestehenden Beeinträchtigung interpretiert. Barbara Gasteiger-Klicpera von der Uni Graz betont, dass die Früherkennung entscheidend ist, um den Verlauf zu verlangsamen. Ihr Team hat ein Tool entwickelt, das die speziellen Voraussetzungen berücksichtigt.

Die Lebenserwartung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung hat dank besserer gesundheitlicher Versorgung zugenommen. Das zieht aber vermehrt altersbedingte Krankheiten, wie etwa auch eine Demenzerkrankung mit sich. Bisher war es aber schwer, bei dieser Personengruppe eine demenzielle Erkrankung zu diagnostizieren. Die Forschenden vom Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Uni Graz haben ein digitales Tool zur frühzeitigen Erkennung entwickelt.

„Bei Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen wird die Abnahme von kognitiven Fähigkeiten häufig gar nicht bemerkt oder als Folge ihrer bestehenden Behinderung interpretiert“, schilderte die auf inklusive Bildung spezialisierte Bildungswissenschafterin Barbara Gasteiger-Klicpera per Aussendung der Uni Graz. „Die Betroffenen sind eher vorsichtig oder manchmal ängstlich, viele können sich schwer ausdrücken“, so die Forscherin. Über die Fertigkeiten, die bisherige Demenz-Tests abfragen, verfügen sie oft gar nicht. „Früherkennung ist aber wichtig, da man rechtzeitig mit einfachen Mitteln den Verlauf verlangsamen und die Lebensqualität verbessern kann“, so die Grazer Professorin.

Die Zahl der Über-60-Jährigen mit intellektuellen Beeinträchtigungen werde sich laut Prognosen bis 2030 verdreifachen. „Hinzu kommt ein wesentlich höheres Risiko, beispielsweise an Alzheimer zu erkranken, bei Trisomie 21 schon ab dem 40. Lebensjahr“, führte die Bildungswissenschaftlerin weiter aus. Die Symptome treten oft früher auf als bei der Allgemeinbevölkerung und werden leicht übersehen, besonders in Institutionen mit wechselndem Betreuungspersonal.

Das neue Tool bietet eine Möglichkeit, schleichende Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Es kann auf lokalen Rechnern installiert werden, um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Zu Beginn wird das persönliche Ausgangsniveau der jeweiligen Klienten erfasst. Erhoben werden auch Informationen zu Sozialkontakten, persönliche Vorlieben und bestehende Beeinträchtigungen. Das Tool passt die Fragen dann gleich entsprechend an. „Betreuungspersonen können in regelmäßigen Abständen bestimmte Gewohnheiten und Fähigkeiten überprüfen, etwa Kommunikation, Körperpflege oder das emotionale Verhalten, und mit früheren Dokumentationen vergleichen“, führte die Forscherin aus. Dadurch werden Änderungen bis ins Detail leichter sichtbar.

(APA/red.)

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