DNA-Sequenzierung soll Diagnose komplexer Infektionen verbessern

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

DNA-Sequenzierung soll die Diagnose komplexer Infektionen verbessern. Ein Test des in Wien gegründeten Tochterunternehmens MicroGenDX Europe beruht auf dem Verfahren des Next Generation Sequencing (NGS), einer Weiterentwicklung der PCR-Technologie. Dabei wird aus Patientenproben isolierte Erreger-DNA mit einer Gensequenzdatenbank abgeglichen, die über 50.000 Bakterien und Pilze umfasst, hieß es am bei einer Veranstaltung in Wien.

Der von der US-Firma MicroGenDX entwickelte Test sei hochsensitiv und werde insbesondere bei chronischen, wiederkehrenden oder komplexen Infektionen empfohlen – vor allem dann, wenn herkömmliche Methoden keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern, wurde erläutert. Er ist für eine Vielzahl von Probenarten anwendbar, darunter Urin, Sperma, Abstriche, Sputum, Blut, Synovialflüssigkeit oder Gewebe.

„Dank der präzisen mikrobiellen Identifikation dieses Tests können unsere Einsender ihre Behandlungsentscheidungen optimieren, unnötigen Antibiotikaeinsatz reduzieren und Ergebnisse verbessern“, sagte Thomas Fenner, Geschäftsführer des Hamburger Labors Fenner, das den Test für Patientinnen und Patienten aus Österreich anbietet, laut einer Presseaussendung. Durch den Zugang für Ärztinnen und Ärzte in Österreich „können neue Erkenntnisse zur Erregerbestimmung aus mikrobiologischen Proben abgeleitet werden, um den Therapieerfolg bei chronischen oder komplexen Infektionen zu verbessern“, erläuterte Ewald Kreid, Geschäftsführer von MicroGenDX Europe.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Von „kleinen Schräubchen“ und dicken Brettern

Von „kleinen Schräubchen“ und dicken Brettern

In Wien wurde am Donnerstag der 13. Österreichischer Gesundheitswirtschaftskongress 2023 eröffnet. Ein Treffen der Branche in Zeiten des Umbruchs: Pandemie, Versorgungsengpässe, Pflegenotstand, aber auf der anderen Seite auch fortschreitende Digitalisierung und technische Innovationen sowie neue Ansätze zur Bewältigung all der multiplen Herausforderungen.

Vertrauen in digitalisierte Gesundheitsdaten stärken

Vertrauen in digitalisierte Gesundheitsdaten stärken

Für mehr Impulse in der Digitalisierung im Gesundheitswesen sind Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) und Florian Tursky (ÖVP) nach Helsinki gereist. Finnland hat im E-Health-Segment eine Vorreiterrolle eingenommen. Eine große Herausforderung wird es sein, den Menschen den Nutzen der und das Vertrauen in die Digitalisierung nahe zu bringen. Von der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) haben sich in Österreich bei der Einführung 2013 drei Prozent abgemeldet.