Frauen mit niedrigem Einkommen leiden stärker bei Brustkrebs

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Ungleichheiten werden durch Brustkrebs verstärkt. Bei Frauen mit weniger finanziellen Ressourcen wird die Lebensqualität stärker beeinträchtigt, als bei jenen mit viel Ressourcen, wie ein Forschungsteam aus der Schweiz und Frankreich in einer Studie zeigte. Die Resultate verlangten eine stärkere Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren in Unterstützungsprogrammen für Frauen mit Brustkrebs, berichtete die an der Studie beteiligte Universität Genf am Dienstag.

An der Studie, die im Fachjournal „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht wurde, nahmen 5.900 Frauen teil, die in Frankreich wegen Brustkrebs behandelt wurden. Das Forschungsteam untersuchte fünf Bereiche der Lebensqualität. Es waren dies: Allgemeine Müdigkeit, psychische Verfassung, sexuelle Gesundheit und Nebenwirkungen. Dies jeweils in Abhängigkeit der sozioökonomischer Indikatoren Bildungsniveau, Haushaltseinkommen und wahrgenommene finanzielle Situation.

Schon bei der Diagnose war die Lebensqualität höher bei Frauen mit hohem sozioökonomischem Status. Laut der Studie erhöhte sich die Ungleichheit während der Krebsbehandlung. Zur Überraschung der Forschenden war die Ungleichheit auch zwei Jahre nach der Diagnose noch höher als bei der Diagnose, wie die Universität schrieb.

Die Verstärkung der Ungleichheiten erklären die Forschenden damit, dass Personen mit hohem sozioökonomischem Status leichter die Zeit, das Geld und den Zugang zu Informationen finden, um sich um sich selbst zu kümmern und die physischen und psychischen Nebenwirkungen der Krankheit zu bewältigen, als etwa eine alleinerziehende Mutter mit niedrigem Einkommen, die keine Betreuungsperson für ihre Kinder hat.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/sda/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Warum wir bei hohen Temperaturen weniger Appetit haben
Signalkaskade im Gehirn

Warum wir bei hohen Temperaturen weniger Appetit haben

Das höhere Temperaturen geringeren Appetit bewirken, war bereits wissenschaftlich bewiesen. Nicht bekannt war allerdings, wieso. Jetzt konnte erstmals der neurologische Signalweg nachgezeichnet werden.

UK ließ weltweit erste Therapie mit Genschere zu

UK ließ weltweit erste Therapie mit Genschere zu

Das Medikament mit dem Namen "Casgevy" ist für die Behandlung der Sichelzellkrankheit und der Beta-Thalassämie für Patienten ab zwölf Jahren zugelassen worden.