Gehirndoping: Gefahren der Selbstoptimierung

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Autor: Scho

Mit Neuro-Enhancement, sogenanntem „Gehirndoping“ möchten Menschen ihre kognitiven Fähigkeiten oder psychischen Befindlichkeiten gezielt verbessern, um diese über ein „normales“ Maß hinaus zu steigern. Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (z. B. Schüchternheit, Selbstwertprobleme etc.) sollen dadurch positiv beeinflusst bzw. minimiert oder Stress soll kompensiert werden. Manche Menschen wollen sich dadurch auch spirituelle Erfahrungen verschaffen.

Der Masterlehrgang Suchtberatung und Prävention der FH St Pölten hat sich schon seit 2015 zum Ziel gesetzt, das noch eher wenig erforschte Phänomen „Gehirndoping“ (Neuro-Enhancement) besser zu verstehen, und hat nun die Tagung organisiert.

Von illegalen Substanzen bis zu Hirn-Computer-Schnittstellen

„Diese Versuche der Leistungssteigerung und Selbstoptimierung spielen inzwischen im Studium, im Beruf, aber auch im ganz normalen Alltag von Menschen eine oft unterschätzte Rolle. Es geht dabei nicht nur um illegale Substanzen, die für eine Verbesserung der Hirnleistung eingesetzt werden, sondern auch um eine Reihe von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmittel, zunehmend um Versuche mit Magnetwellen und in Zukunft um Hirnschnittstellen zur Verbindung des Gehirns mit Computern“, erklärt Kurt Fellöcker, Leiter des Lehrgangs Suchtberatung und Prävention sowie Organisator der Tagung.

All diese Dopingversuche haben starke Nebenwirkungen, über die Wirksamkeit ist die Studienlage uneinheitlich. „Nur das Gefühl, leistungsfähiger zu sein, sagt noch nichts aus über die tatsächliche Leistungssteigerung. Für Suchtberatung und Prävention stellen sich dabei neue Herausforderungen, die im Rahmen der Tagung diskutiert wurden“, so Fellöcker.

Geschichte, Praxis, Forschung

Alfred Springer von der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft der Sigmund Freud Privatuniversität Wien referierte zu Neuroenhancement im Wandel der Zeit und Psychedelics als Neuro-Enhancer.

Larissa Maier von der University of California sandte eine Videobotschaft und stellte mit dem Global Drug Survey Aspekte von Neuro-Enhancement im internationalen Vergleich vor.

Nadja Springer von der Suchthilfe „dialog:“ präsentierte Überlegungen zum Kompetenzbegriff in der Suchtprävention und Alfred Uhl von der Fakultät Psychotherapiewissenschaft der Sigmund Freud Privatuniversität Wien zeigte, was die empirische Forschung zur Frage des Neuro-Enhancements anbieten kann.

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