Generikum von HIV-Prophylaxe-Injektion erhält US-Genehmigung

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Autor: Scho

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids haben die US-Behörden eine preiswerte Version einer vor HIV-Infektionen schützenden Spritze genehmigt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte dem vom indischen Pharmakonzern Dr. Reddy’s hergestellten Generikum des Prophylaxe-Wirkstoffes Lenacapavir am Montag eine vorläufige Genehmigung, wie Dr. Reddy’s und die internationale Gesundheitsorganisation Unitaid mitteilten.

Die Spritzen, die zum Schutz vor HIV zweimal jährlich verabreicht werden müssen, sollen in 120 Ländern für 40 Dollar (35,80 Euro) pro Mensch und Jahr verfügbar werden. Unitaid-Vertreterin Carmen Pérez Casas bezeichnete dies als „außergewöhnlichen Meilenstein für die globale Gesundheit“. In Entwicklungs- und Schwellenländern hätten Menschen zehn Jahre oder sogar länger warten müssen, bis bereits in anderen Ländern verfügbare Medikamente dort erhältlich seien, sagte Pérez Casas. „Mit Lenacapavir haben wir diese Lücke auf etwas mehr als ein Jahr reduziert.“

Lenacapavir war vom US-Pharmakonzern Gilead Sciences entwickelt worden und hatte im Juni 2025 eine Zulassung erhalten. Das Mittel verringert das Risiko einer HIV-Übertragung nachweislich um mehr als 99,9 Prozent und wirkt damit praktisch wie eine Impfung gegen Aids. Allerdings ist der Wirkstoff sehr teuer: In den USA kostet er pro Person und Jahr rund 28.000 Dollar. Das stand bisher einem großflächigen Einsatz von Lenacapavir in ärmeren Ländern entgegen.

Medikamente zur Vorbeugung von HIV-Infektionen werden bereits seit mehr als einem Jahrzehnt eingesetzt. 2012 erhielten in den USA Tabletten zur sogenannten Präexpositionsprophylaxe (Prep) eine Zulassung. Allerdings müssen diese Tabletten täglich eingenommen werden, um wirksam zu sein. 2021 wurde der Wirkstoff Cabotegravir zugelassen, der alle zwei Monate gespritzt werden muss.

Mit Lenacapavir wird die Zahl der notwendigen Spritzen pro Jahr nochmal deutlich reduziert. Unitaid-Vertreterin Pérez Casas erklärte am Montag, nach der Genehmigung des Generikums sei die nächste Herausforderung die Verteilung des Wirkstoffs in ärmeren Ländern.

„Im vergangenen Jahr haben sich geschätzt 1,2 Millionen Menschen mit HIV infiziert, obwohl wir ein Medikament haben, das mit nur zwei Spitzen pro Jahr einen fast 100-prozentigen Schutz bietet“, sagte sie. „Die Nachfrage ist hoch, und wir können es uns nicht leisten, jetzt an Dynamik zu verlieren.“ Schätzungen zufolge sind in den vergangenen vier Jahrzehnten weltweit mehr als 40 Millionen Menschen an den Folgen von HIV/Aids gestorben.

(APA/AFP/red.)

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