Immunsystem hilft Pilz bei der Ausbreitung im Körper

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Autor: Scho

Ausgerechnet das Immunsystem hilft einem Hefepilz bei der Ausbreitung im Körper. Diese neue Erkenntnis von Forschenden der Universität Bern hilft bei der Suche nach neuen Therapien gegen Blutvergiftungen durch Hefepilze. Diese seien nach wie vor schwer zu behandeln und mit einer hohen Sterberate verbunden, hieß es von der Universität Bern. Ein Drittel bis zur Hälfte der Patientinnen und Patienten überlebe eine solche Pilzsepsis nicht.

Der Hefepilz Candida albicans besiedelt laut den Forschenden rund die Hälfte der Bevölkerung. Zum Problem wird er aber erst, wenn er in die Blutbahnen gerät und eine Blutvergiftung auslöst. Das kann etwa passieren, wenn eine Erkrankung wie Aids das Immunsystem schwächt, oder wenn ein chirurgischer Eingriff die Schleimhautbarriere verletzt.

Wenn Krankheitserreger eindringen, reagiert das Immunsystem mit Entzündung, wie die Universität erklärte. Ein Eiweiß namens Interleukin 1-Rezeptor-Antagonist hilft, die Entzündung zu kontrollieren.

Wie die Forscherinnen und Forscher nun in einer Studie im Fachblatt „Immunity“ zeigen konnten, fördert dieses Eiweiß aber auch die Ausbreitung des Pilzes. Mäuse, die genetisch so gezüchtet wurden, dass ihre Fresszellen keine der entzündungshemmenden Eiweiße produzieren, konnten eine Infektion mit Candida albicans innert kurzer Zeit erfolgreich bekämpfen.

Konkret störe das Eiweiß Interleukin 1-Rezeptor-Antagonist die Immunabwehr, indem es die Produktion und Bewegung von bestimmten weißen Blutkörperchen, den Neutrophilen, hemme, so die Forschenden. Diese Neutrophilen seien wichtig, weil sie Krankheitserreger bekämpften. Weil das Eiweiß die Neutrophilen hemmt, können sich die Pilze ausbreiten.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/sda/red.)

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