KI zur Identifikation von Mutationen bei Hirntumoren

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Bei Hirntumoren (Gliomen) sind personalisierte Therapien ein wichtiger Ansatz, um den Behandlungserfolg zu verbessern. Die individuellen Daten liefern bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie. Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI), genauer des Machine Learning (ML), könnten helfen, die höchst komplexe und zeitintensive Daten-Analyse zu vereinfachen und aus ihr wichtige Erkenntnisse zu Mutationen zu ziehen.

Darauf verweist eine Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems, die auf Daten von 182 Patientinnen und Patienten des Universitätsklinikums St. Pöltens fußt und die KI nach einer spezifischen Mutation suchen ließ.

Patientinnen und Patienten, deren Gliomzellen eine mutierte Form des Gens für Isocitratdehydrogenase tragen, hätten „bessere klinische Aussichten als jene, bei denen die Wildtypform vorliegt. Das bedeutet: Je früher wir über diesen Mutationsstatus Bescheid wissen, desto optimaler können wir die Behandlung individualisieren“, wurde Andreas Stadlbauer, Medizinphysiker am St. Pöltener Zentralinstitut für medizinische Radiologie-Diagnostik, in einer Mitteilung zitiert. Man habe bei der Beurteilung durch die ML-Algorithmen „eine Präzision von 91,7 Prozent und eine Genauigkeit von 87,5 Prozent“ bei der Unterscheidung zwischen Tumoren mit dem Wildtyp-Gen oder der mutierten Form erzielt, hieß es. Allerdings können die Methoden zur Datenerhebung, die von Krankenhaus zu Krankenhaus variieren können, auch zu Verzerrungen in der ML-Auswertung führen, wie sich zeigte. Das sei ein Problem der Standardisierung.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Saugen, sehen, sprechen – ein Roboter als Ersthelfer
Entwicklung

Saugen, sehen, sprechen – ein Roboter als Ersthelfer

Forschende der FH St. Pölten haben einen handelsüblichen Staubsaugerroboter intelligenter gemacht. Der sogenannte „Smart Companion“ kann Stürze erkennen und im Notfall die Rettung rufen. Das ist vor allem für altere, alleine lebende Menschen von Bedeutung.

Nichtinvasive Hirnstimulation zeigt Effekt auf motorische Störungen nach Schlaganfall

Nichtinvasive Hirnstimulation zeigt Effekt auf motorische Störungen nach Schlaganfall

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des MPI CBS, der Universitätsmedizin Halle und der Charité-Universitätsmedizin Berlin haben nun herausgefunden, dass eine Stimulation des Gehirns mit Gleichstrom deutliche Effekte auf beeinträchtigte Bewegungen hat.