Medizinier wollen Eierstockkrebs zur "chronischen Erkrankung" machen

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Autor: Scho

Über neue Strategien und Fortschritte bei der Behandlung von Krebs im weiblichen Genitaltrakt diskutieren von 19. bis 21. Juni internationale Expertinnen und Experten in Wien. Gut stünden mittlerweile die Chancen, etwa bei Eierstockkrebs, im Rahmen von sogenannten „Erhaltungstherapien“ die Lebenszeit mit der Erkrankung zumindest merklich zu verlängern, teilte das Austria Center Vienna als Veranstaltungsort des „ESMO Gynaecological Cancer“-Kongresses per Aussendung mit.

An einer Krebserkrankung im weiblichen Genitaltrakt erkranken laut den Angaben alljährlich in Österreich rund 2.500 Frauen. Ungefähr 1.100 Neuerkrankungen werden bei Gebärmutterkörperkrebs, 700 bei Eierstockkrebs und rund 450 bei Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Bis dato überleben allerdings nur rund 50 Prozent der Patientinnen mit Eierstockkrebs die auf die Diagnose folgenden fünf Jahre.

Bei der Behandlung dieser sich oft lange Zeit über unbemerkt entwickelnden, sozusagen „stillen“ Krebsart könne man seit wenigen Jahren die Behandlung „um Erhaltungstherapien erweitern“, wird der Direktor der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Medizinischen Universität Innsbruck, Christian Marth, zitiert. Das verbessere die bisher schlechte Prognose bei vielen Betroffenen, so das Mitglied des wissenschaftlichen Komitees des Kongresses der European Society for Medical Oncology (ESMO).

Durch die Gabe von Tabletten, die „PARP-Inhibitoren“ beinhalten, könnten „Rückfälle verhindert oder verzögert werden, das progressionsfreie Überleben verlängert werden und die Lebensqualität möglichst stabil gehalten werden. Sprich unser Ziel ist es, damit die Eierstockkrebserkrankung in eine chronische Erkrankung zu verwandeln“, so Marth. Der Mechanismus dahinter ist die Blockierung der Reparatur von Erbgut bei geschädigten Zellen. Besonders die DNA-geschädigten Krebszellen brauchen diesen Reparaturdienst, um zu überleben. Bei der Chemotherapie setzt man mittlerweile auf mehrere monoklonale Antikörper, die bei verschiedenen, dem Tumor zugrunde liegenden Erbgutveränderungen ins Feld geführt werden können.

(APA/red.)

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