Notfallausschuss tagt wegen Mpox

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Angesichts einer besorgniserregenden Variante der gefährlichen Viruskrankheit Mpox in Afrika tagt in Genf ein Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Unabhängige Experten beraten, ob die Gefahr einer größeren Ausbreitung besteht und die WHO eine „gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite“ (PHEIC) ausrufen soll.

Das ist die höchste Alarmstufe der WHO. Konkrete Maßnahmen löst dies nicht aus. Es soll vielmehr Anstoß sein, dass Behörden in aller Welt sich auf mögliche Ausbrüche vorbereiten. Welche Maßnahmen ergriffen werden, entscheidet jedes Land selbst. Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat das Risiko einer Ausbreitung der neuen Variante in Europa Ende Juli als „sehr gering“ eingeschätzt.

Die afrikanische Gesundheitsbehörde CDC hat den Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Nachbarstaaten bereits als gesundheitliche Notlage für den Kontinent erklärt. Damit könnten mehr Mittel bereitgestellt werden, um die Länder bei der Eindämmung zu unterstützen, so die afrikanische CDC.

Die Krankheit hieß früher Affenpocken, weil sie zufällig erstmals in Affen nachgewiesen wurde. Die WHO hat den Namen geändert, weil sie generell Krankheiten nicht nach Tieren, Regionen oder Ländern benennen will. Seit Ende 2023 sind im Osten der Demokratischen Republik Kongo zahlreiche Fälle einer neuen Unterlinie des Mpox-Virus Klade I (römisch eins) entdeckt worden. Sie könnte sich nach Beobachtungen vor Ort einfacher ausbreiten und schwerere Krankheitsverläufe verursachen. Studien dazu stehen noch aus. Mpox zeigen sich durch einen Hautausschlag und meist Fieber, was für kleine Kinder lebensgefährlich sein kann.

Von Kongo aus haben sich in den vergangenen Wochen die Mpox auch in Länder ausgebreitet, die vorher keine Fälle hatten: Burundi, Ruanda, Kenia und Uganda. Das Risiko bestehe, dass sich die Krankheit auch ferne Länder erreicht, sagte die WHO-Mpox-Expertin Rosamund Lewis.

Der Ausschuss tagt virtuell bis 17.00 Uhr. Ob eine Entscheidung kurz danach veröffentlicht wird, war noch nicht entschieden. Von Juli 2022 bis Mai 2023 bestand bereits eine von der WHO ausgerufene Mpox-Notlage. Damals gab es Fälle der weniger gefährlichen Klade II in Dutzenden Ländern. Durch Aufklärung über Schutzmaßnahmen und Impfungen wurden die Ausbrüche in den meisten Ländern schnell unter Kontrolle gebracht.

(APA/dpa/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Fortschritte in der Mikro-Computertomographie

Fortschritte in der Mikro-Computertomographie

Forschende der biomedizinischen Physik und der Biologie haben die Mikro-Computertomographie, speziell die Bildgebung mit Phasenkontrast und brillanter Röntgenstrahlung, deutlich verbessert. Dafür verwenden sie ein neu entwickeltes, mikrostrukturiertes, optisches Gitter in Kombination mit neuen Algorithmen zur Auswertung.

Neues aus der Welt der Gesundheits[shy]wirtschaft im September 2023

Neues aus der Welt der Gesundheits­wirtschaft im September 2023

Was haben Albert Camus und die Bauern im Alten China mit unserem Gesundheitssystem zu tun? Wie wird zukünftig der volkswirtschaftliche Rahmen für unser Gesundheitswesen aussehen? Und wie können unsere Spitäler zu Green Hospitals avancieren? Die Antworten lesen, hören und sehen Sie in unserem September-Newsletter – und holen Sie sich dort auch gleich die besten Event-Tipps für den Herbst.