Österreichs Forschungsinstitutionen – Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen – haben seit dem Jahr 2000 insgesamt 5.644 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet. Dabei war das Österreichische Patentamt (ÖPA) die bevorzugte Anlaufstelle für Erstanmeldungen. Hinter den Anmeldungen stehen rund 1.800 Erfindungen. Zu diesen Ergebnissen ist eine ÖPA-Studie gekommen, die am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.
„Diese Studie zeigt eindrucksvoll: Österreichs Forschungsinstitutionen haben sich in mehreren Technologiefeldern einen Spitzenplatz erarbeitet“, betonte Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (SPÖ). ÖPA-Präsident Stefan Harasek ergänzte: „Es ist ganz und gar nicht so, dass Universitäten die Erfindungen für den Elfenbeinturm machen“. Universitäten würden mit ihren Erfindungen zunehmend „einen wirtschaftlichen Impact“ erzielen.
Der Großteil der angemeldeten Patente entfällt laut der Studie auf die Bereiche Biotechnologie, Messtechnik, Pharmazeutika und Medizintechnologie. Sie würden nahezu die Hälfte aller Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen seit dem Jahr 2000 ausmachen. Besonders aktiv seien technisch-naturwissenschaftliche und medizinische Universitäten. Mit 1.132 Anmeldungen führe die Technische Universität Wien die Liste an, gefolgt von der Technischen Universität Graz (544 Anmeldungen) und der Medizinischen Universität Wien (433 Anmeldungen).

Die Bandbreite der Erfindungen reiche „vom Satellitenantrieb bis zur Augenbrauenschablone“, sagte ÖPA-Pressesprecher Christian Laufer. Als einzigartiges Beispiel nannte Harasek die Prothesen-Firma Turn-Motion. Der Gründer Georg Popp habe sich aufgrund seiner eigenen Kinderlähmung zum Ziel gesetzt, leistbare und komfortable Prothesen zu entwickeln. „Das zeigt, dass immer sehr viel persönliche Emotion dahintersteckt – es braucht jemanden, der konkret etwas besser machen will.“
Laut Studie verfügen 84 Prozent der befragten Institutionen über eine Strategie zum Schutz und zur Verwertung geistigen Eigentums. Gleichzeitig gebe es weiterhin Herausforderungen, erklärte die Ökonomin und Leiterin der Studie, Renate Spring: Etwa der „Spagat“ zwischen wissenschaftlicher Publikation und Patentschutz, begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen sowie Unsicherheiten bei der wirtschaftlichen Bewertung von Erfindungen.
ÖPA bei Erstanmeldungen beliebt
Rund 40 Prozent aller Erstanmeldungen technischer Innovationen in Österreich erfolgten laut Studie beim ÖPA, gefolgt vom Europäischen Patentamt mit 33 Prozent. Das ÖPA biete dazu mehrere Unterstützungsleistungen an, darunter die sogenannte Pre Check Erfindungsmeldung. „Wir versuchen den Universitäten eine erste Auskunft zu geben, ob wir glauben, dass das patentierbar ist“, sagte Harasek. Ein weiteres Instrument sei der Patent.Scheck, der laut ÖPA 80 Prozent der Kosten rund um eine Patentanmeldung abdeckt.
(APA/red.)


