Pflegeoffensive: NÖ setzt auf Anreize und mehr Ausbildungsplätze

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Autor: Scho

Die Pandemie hat in vielen Bereichen ihre Spuren hinterlassen -vor allem das Gesundheitswesen war und ist sehr gefordert. Wie eine Studie der Karl Landsteiner-Universität zeigt, werden bis zum Jahr 2030 zusätzlich etwa 9.500 Pflegekräfte benötigt – was rund 37 Prozent der derzeit rund 26.000 Pflegekräfte in Niederösterreich entspricht. Um dem entgegenzukommen, hat das Land NÖ das „blau-gelbe Pflegepaket“ geschnürt. Dieses soll Interessierten die Entscheidung in die Pflege zu gehen erleichtern und zusätzlich Anreize schaffen, dass gut ausgebildete Arbeitskräfte in diesem Bereich auch in Niederösterreich bleiben. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen: Gesundheits- und Pflegeberufe sind wichtig und zudem Berufe mit Herz. Das blau-gelbe Pflegepaket soll dazu beitragen, bei uns in Niederösterreich auch zukünftig die bestmögliche Betreuung bieten zu können“, weiß die zuständige Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Ab dem kommenden Wintersemester werden alle Auszubildenden im Rahmen der einjährigen Pflegeassistenz, der zweijährigen Pflegefachassistenz und des dreijährigen FH-Studiums eine monatliche Ausbildungsprämie in der Höhe von 420 Euro erhalten – verbunden mit der Verpflichtung, danach im Bundesland Niederösterreich zu arbeiten. Zudem werden auch die Schulgelder und Studiengebühren vom Land NÖ übernommen. Auch die Anzahl der Ausbildungsplätze in Niederösterreich wird um 400 auf insgesamt 2.100 Plätze erhöht.

In den NÖ Gesundheits- und Krankenpflegeschulen (GuKPS) der NÖ LGA können die Ausbildung zur Pflegeassistenz (PA) und zur Pflegefachassistenz (PFA) sowie verschiedene Assistenzberufe und zahlreiche Weiter- und Sonderausbildungen absolviert werden. Pro Jahr gibt es rund 1.600 Auszubildende an insgesamt 12 Schulstandorte in ganz NÖ.

Zweiter Bildungsweg

Berufsbegleitende Lehrgänge ermöglichen eine Ausbildung auch am zweiten Bildungsweg. Die Berufsaussichten sind bestens. Die Beschäftigungsmöglichkeiten reichen vom klinischen Setting oder der Arbeit in Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren bis hin zur mobilen Pflege oder der Tätigkeit in Rehabilitationszentren.

Die Ausbildung für den gehobenen Dienst Gesundheits- und Krankenpflege wird als Bachelor-Studium an den drei Fachhochschulen Krems, St. Pölten und Wiener Neustadt angeboten. Die StudentInnen bekommen während ihres dreijährigen Studiums ein breites Fachwissen vermittelt, um Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen aktiv unterstützen zu können – von der Geburt bis ins hohe Alter. Nach Abschluss der Ausbildung können die AbsolventInnen in allen Bereichen der Gesundheits- und Krankenversorgung – wie zum Beispiel in Kliniken, in der häuslichen Pflege oder in Langzeiteinrichtungen bis hin zur Gesundheitsförderung und Prävention – tätig sein. Neu ist die Außenstelle der IMC-Fachhochschule Krems in Mistelbach. Ab Herbst 2022 stehen 50 Studienplätze in der Region zur Verfügung um Pflegefachkräfte auszubilden. Anmeldungen sind noch bis zum 15. August möglich.

Landesrätin Teschl-Hofmeister abschließend: „Ein Mehr an Ausbildungsplätzen im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Übernahme der Studiengebühren durch das Land Niederösterreich sind angesichts des Bedarfs an Pflegekräften ein weiterer wichtiger Ansatz, besonders um die dringend benötigten Absolventinnen und Absolventen in der Region zu halten. Die Sicherstellung einer modernen und regional ausgewogenen Gesundheits- und Pflegeversorgung ist eine der ganz zentralen Herausforderungen der Zukunft“.

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