Spermien begünstigen Mpox-Infektion

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

Spermien begünstigen nach Erkenntnissen eines Frankfurter Forschungsteams eine Infektion mit Mpox. „Unsere Ergebnisse liefern eine Erklärung dafür, warum sexuelle Kontakte ein besonders hohes Übertragungsrisiko bergen“, sagte die Doktorandin Emma Torbica, die die Experimente durchgeführt hat. „So kann Samenflüssigkeit die Infektion fördern, wenn sie zum Beispiel mit analen oder genitalen Schleimhäuten in Kontakt kommt, wo sich bereits Pocken gebildet haben.“

Mpox wird überwiegend von Tieren auf Menschen übertragen, die neueren Varianten können aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Die Krankheit verläuft laut den Wissenschafterinnen meist mild mit eher unspezifischen Symptomen. „Erst im weiteren Verlauf zeigen sich die typischen Pocken auf der Haut“, hieß es. „Mit dem Auftreten der ersten Symptome sind die Infizierten ansteckend, es braucht zur Übertragung allerdings einen engen Körperkontakt, etwa wenn eine Mutter ihr Kind umarmt, oder durch sexuelle Kontakte.“

Das Forschungsteam von der Goethe-Universität und der Universitätsmedizin Frankfurt hat untersucht, welche Faktoren eine Ausbreitung begünstigen können. Dazu infizierten die Expertinnen Bindegewebszellen und Oberhautzellen mit Mpox-Viren. „Waren die Viren zuvor mit Samenflüssigkeit vermischt worden, förderte dies die Aufnahme des Erregers in die Zellen“, hieß es in der Mitteilung.

Ursache sind demnach natürlich vorkommende Eiweißbruchstücke in der Samenflüssigkeit, die Fasern bilden und dadurch dem Mpox-Virus das Andocken an menschliche Zellen erleichtern. Die Ergebnisse seien für die medizinische Praxis wichtig, sagte Studienleiterin Denisa Bojkova. Ein experimenteller Wirkstoff könnte die Strukturen stören und das Virus zusätzlich direkt hemmen. „Langfristig könnte dies neue Ansätze zur Prävention eröffnen.“

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/dpa/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Chronischer Stress und Long Covid: Med Uni Graz startet Studie

Chronischer Stress und Long Covid: Med Uni Graz startet Studie

An der Medizinischen Universität Graz wird untersucht, inwiefern chronischer Stress ein Risikofaktor für das noch wenig erforschte Leiden ist. Studienteilnehmer werden gesucht.

Neue Therapie gegen Abstoßung nach Nierentransplantation
Off Label

Neue Therapie gegen Abstoßung nach Nierentransplantation

Ein bisher in der Krebstherapie eingesetztes Medikament hat sich als vielversprechender Kandidat entpuppt, um Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantationen zu behandeln. Das Mittel könnte auch bei anderen Transplantationen oder im Rahmen von Xenotransplantationen wichtig werden.

Cholera – UNO: „Äußerst besorgniserregender“ Ausbruch in Südostafrika

Cholera – UNO: „Äußerst besorgniserregender“ Ausbruch in Südostafrika

Grund für den weitreichenden und langwierigen Ausbruch seien schlechte Wasser- und Sanitärversorgung, anhaltende Konflikte sowie schwache Gesundheitssysteme, sagte UNICEF-Regionaldirektorin Lieke van de Wiel.