In vielen Kliniken, Rettungsstellen und Pflegeheimen Deutschlands haben am Donnerstag zehntausende Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte im laufenden Tarifstreit im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen zu einem Warnstreik aufgerufen, an vielen Orten gab es Kundgebungen. Rund 20.000 Menschen in mehr als 200 Gesundheitseinrichtungen hätten sich an den Ausständen beteiligt, sagte Richard Rother von Verdi auf dpa-Anfrage.
Die Gewerkschaft hatte zuvor angekündigt, dass sich durch die Aktionen vielerorts planbare Operationen verschieben. Für dringliche Behandlungen existierten Notdienstvereinbarungen. „Zeitkritische Tumor-Operationen, Transplantationen, Operationen von Kindern, die Versorgung von Patientinnen und Patienten nach Schlaganfall, Herzinfarkt, anderen Notfällen sowie alle lebenserhaltenden Maßnahmen werden wir selbstverständlich durchführen“, teilte etwa ein Sprecher der Charité mit.

Hintergrund des Warnstreiks ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Verdi fordert eine Tariferhöhung um acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich sowie höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert die Gewerkschaft mindestens drei zusätzliche freie Tage.
Für Freitag ist bereits der nächste Warnstreiktag angekündigt, unter anderem in Kindergärten. Vor dem internationalen Frauentag soll bundesweit auch in Einrichtungen für soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege die Arbeit niedergelegt werden. Verdi ruft hierbei zu Warnstreiks bei Berufsgruppen auf, die besonders häufig von Frauen ausgeübt werden.
(APA/dpa/red.)

