Wirksame Rezepte für bessere Patientensicherheit

Lesedauer beträgt 2 Minuten
Autor: Scho

Wie lässt sich das Thema Patientensicherheit nachhaltig in Gesundheitsbetrieben verankern – das war die Zentrale Frage beim 20. qualityaustria Gesundheitsforum in der wolke19 im Wiener Ares Tower. Expertinnen und Experten aus der Gesundheitsbranche gingen dabei dem Thema auf die Spur und erkundeten Lösungsansätze aus Theorie und Praxis.

Den Status quo des österreichischen Gesundheitswesens skizzierte Werner Paar, Co-Geschäftsführer Quality Austria, in seiner Eröffnungsrede derart: „Die eigentliche Herausforderung liegt (…) nicht im Aufholen, sondern darin, diese Stärke angesichts der demografischen Entwicklung, des Fachkräftemangels und der wachsenden Komplexität langfristig abzusichern.“ Denn Österreich verfüge im internationalen Vergleich über ein durchaus leistungsfähiges, zugängliches und auch ressourcenstarkes Gesundheitssystem. Eines sei jedenfalls klar, wie er sagt: „Wir starten nicht von einem schwachen Niveau aus, ganz im Gegenteil.“

Mit technologischen Neuerungen im Angesicht eines allgemeinen Kostendrucks wächst allerdings auch die Liste der Herausforderungen in diesem Feld – und das fällt letztlich auf ein Thema zurück: die Patientensicherheit.

„Sichere Versorgung kann nur dort gelingen, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, aufeinander aufpassen und kontinuierlich voneinander lernen“, so Eva Potura, Abteilungsleitung Qualitätssicherung und Patientensicherheit bei der Gesundheit Österreich GmbH. Patientensicherheit entstehe nicht allein durch Regeln und Prozesse, sondern vor allem durch eine Kultur des Vertrauens, der Zusammenarbeit und des Lernens. Neben dem Personal spielen allerdings auch die Infrastruktur und die Betriebsprozesse der Gesundheitseinrichtungen eine zentrale Rolle – analog wie digital.

Und da ist ein Thema, das ausgemacht wurde: Die sichere Verabreichung von Medikamenten im Krankenhaus – ein komplexer Prozess, bei dem zahlreiche Arbeitsschritte ineinandergreifen und Fehler schwerwiegende Folgen für Patienten haben können. Im Vortrag Magdalena Hoffmann, Stabstelle Qualitätsmanagement bei der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft, und Judith Schinerl, Product Owner Health & SocialCare bei CANCOM Austria, stellten im Rahmen der Konferenz das Projekt SiMed vor. Eine KI-gestützte Überprüfung der vorbereiteten Medikamente unterstützt Pflegepersonen dabei, mögliche Abweichungen frühzeitig zu erkennen und dient als digitales zweites Paar Augen, wie Magdalena Hoffmann betonte: „Wo Menschen hochkomplexe Tätigkeiten unter Zeitdruck und unterbrochen von zahlreichen Anforderungen durchführen, können Fehler passieren.“ Entscheidend ist, Systeme so zu gestalten, dass mögliche Fehler frühzeitig erkannt werden und nicht zu Schäden bei Patienten führen.“

(red.)

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