Wahlärzte - Schumann überlegt Honorarobergrenzen

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) bekräftigt das Ziel der Bundesregierung, Wahlärzte verstärkt in die öffentliche Gesundheitsversorgung einzubinden. Im Interview mit der „Krone“ sprach sie sich für Transparenz in der Preisgestaltung der Ärzte aus. Auch für variable Honorardeckelungen wie in Deutschland zeigte sie sich offen. Als weiteren möglichen Schritt nannte sie die Veröffentlichung von Musterhonoraren durch die Ärztekammer analog zu den Rechtsanwälten.

„Ich möchte nicht, dass eine Familie am Tisch sitzt und sich überlegen muss, wie sie das Geld für die Behandlung des Kindes zusammenbekommt. Das ist kein Gesundheitssystem, das ich mir vorstellen will“, sagte Schumann zu der Problemlage, dass das kassenärztliche Angebot immer weiter sinkt und die Mediziner lieber als privat zu zahlende Wahlärzte arbeiten. Sie erinnerte daran, dass allein im Vorjahr 766 Mio. Euro an Honoraren bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zur Refundierung eingereicht worden seien.

Beim Wahlarzt müssen die Patienten die Honorarsumme vorstrecken. Von der Kasse bekommen sie dann 80 Prozent zurück – aber nicht vom tatsächlichen Honorar, sondern vom viel niedrigeren Kassentarif, den ein Vertragsarzt für die gleiche Leistung bekommen würde.

Kassenpatienten-Kontingent weiter im Spiel

Von SPÖ-Seite liegt auch ein weiterer Vorschlag für eine leistbare Gesundheitsversorgung auf dem Tisch: Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig hat zuletzt verlangt, dass Wahlärzte zehn bis 15 Prozent ihrer Kapazität für die Betreuung von Kassenpatienten aufwenden und dafür auch nur den Kassentarif erhalten. Schumann ging im Interview auf diese Forderung nicht ein. Sie befinde sich aber weiter in der Bandbreite möglicher Maßnahmen, sagte ein Sprecher des Ministeriums auf APA-Anfrage.

(APA/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Sozialministerium eröffnet Koordinierungsbüro in der Ukraine

Sozialministerium eröffnet Koordinierungsbüro in der Ukraine

Das Sozialministerium richtet ab 2023 ein eigenes Büro in der Ukraine ein. Projekte in der Ukraine und Moldau werden mit 300-000 Euro unbterstützt.

Österreich: Zahl der Ärzte in vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel gestiegen

Österreich: Zahl der Ärzte in vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel gestiegen

Insgesamt haben im Jahr 2021 48.705 Ärztinnen und Ärzte ihren Beruf ausgeübt, das waren um 19,9 Prozent mehr als zehn Jahre davor. Auch das nichtmedizinische Spitalspersonal ist gewachsen.