Jeder fünfte über 65-Jährige mit Problemen im Alltag

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Autor: Scho

Etwa jeder fünfte über 65-Jährige in Österreich hat Schwierigkeiten mit Aktivitäten des täglichen Lebens oder mit instrumentellen Tätigkeiten wie Kochen, Management von Finanzen oder Einkaufen. Das hat eine Studie österreichischer Fachleute ergeben. Am häufigsten kommt Hilfe von Verwandten oder Freunden.

„In der vorliegenden Studie wurden soziodemografische gesundheitsbezogene Faktoren untersucht, die mit dem Erhalt informeller und professioneller Pflege einhergehen, sowie unerfüllte Versorgungsbedürfnisse bei Erwachsenen im Alter von 65 Jahren und älter in Österreich“, schrieben jetzt Thomas Dorner (Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit /Wien) und seine Co-Autoren in der Wiener Medizinischen Wochenschrift. Für die Untersuchung wurden Daten der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2019 verwendet. Insgesamt bezog man sich auf die Angaben von 3.408 Personen im Alter von 65 Jahren oder darüber.

Die Wissenschafter führten aus: „Dabei gaben 22,2 Prozent der Befragten Schwierigkeiten mit mindestens einer Aktivität des täglichen Lebens (ADL) an und 43,8 Prozent mit zumindest einer instrumentellen Aktivität des täglichen Lebens (IADL).“ Unter die einfachen Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) fallen zum Beispiel Körperpflege/Baden, Anziehen, Essen, Toilettengang etc. Instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens sind zum Beispiel Kochen, Aufräumen, Management der Finanzen, Einkaufen oder das Einnehmen von Medikamenten.

Die Frage zur Unterstützung zeigte, wie sehr dies in Österreich im informellen Sektor angesiedelt ist. „Unter den Betroffenen erhielten 72,6 Prozent (ADL) bzw. 76,2 Prozent (IADL) Hilfe. (…) Hilfe von Familienangehörigen oder Freunden war verbreitet (58,6 Prozent ADL; 68,5 Prozent IADL), während professionelle Unterstützung weniger häufig war (29,3 Prozent ADL; 19,2 Prozent IADL)“, so die Zusammenfassung der Studie.

27 Prozent der Menschen mit Einschränkungen in den Basis-Aktivitäten des täglichen Lebens berichteten von nicht erfüllten Versorgungsbedürfnissen. Hinzu kamen 18,7 Prozent mit solchen Defiziten bei den instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens.

Die Wissenschafter betonen die Notwendigkeit individueller Unterstützung. Zu den entscheidenden Vorhersagefaktoren für unerfüllte Bedürfnisse gehörten höheres Alter, das Alleinleben und chronische Erkrankungen wie Depressionen, Schlaganfall, Inkontinenz und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. „Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung individuell abgestimmter Maßnahmen, um den Zugang zu Pflege und Unterstützung für ältere Erwachsene mit funktionellen Einschränkungen zu verbessern“, so die Autoren der Studie.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/red.)

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