Darum reagieren gewisse Menschen stärker auf Impfungen

Lesedauer beträgt 1 Minuten
Autor: Scho

Warum reagieren manche Menschen stärker auf eine mRNA-Impfung gegen Covid-19 als andere? Forschende aus Genf haben dafür einen möglichen Grund gefunden: Entscheidend ist, wie aktiv das Immunsystem schon vor der Impfung ist. Die Stärke der vorübergehenden Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen hängt demnach von der Aktivität der sogenannten Interferone ab, so das Team des Zentrums für Vakzinologie der Universität Genf (Unige) und der Genfer Universitätsspitäler (HUG).

Diese Moleküle sind Teil der angeborenen antiviralen Abwehr des Körpers. Für die Studie beobachteten die Forschenden die Immunsysteme von 51 gesunden Personen, die zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs gegen Covid-19 erhielten, hieß es am Donnerstag.

Die in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlichten Resultate zeigen: Menschen, deren Immunsystem bereits vor der Impfung besonders stark auf Interferone reagierte, hatten nach der Impfung häufiger und stärkere vorübergehende Beschwerden. Interferone sind Botenstoffe des Immunsystems. Sie werden unter anderem bei Virusinfektionen gebildet und helfen dem Körper, seine Abwehr zu aktivieren.

Weshalb die Interferon-Reaktion bei manchen Menschen stärker ist als bei anderen, ist noch nicht bekannt. Möglicherweise spielen genetische Faktoren, das Mikrobiom oder frühere Entzündungen eine Rolle.

Die Stärke der Nebenwirkungen sei dabei kein Indikator für die Wirksamkeit eines Impfstoffs, wie Studienleiter Arnaud Didierlaurent betonte. „Eine schwache Reaktion oder gar das Ausbleiben von Symptomen nach der Impfung bedeutet keinesfalls, dass der Impfstoff unwirksam ist“, so Didierlaurent.

Die Ergebnisse könnten laut der Universität Genf langfristig helfen, Impfstoffe zu entwickeln, die bei gleicher Wirksamkeit besser verträglich sind. Die Forschenden wollen nun untersuchen, ob die beobachteten Mechanismen auch bei anderen Impfstoffen eine Rolle spielen.

Die Fachpublikation finden Sie hier.

(APA/sda/red.)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Gemeinsam gegen Gewalt: NÖ LGA startet regionale Vernetzungstreffen in allen Regionen

Gemeinsam gegen Gewalt: NÖ LGA startet regionale Vernetzungstreffen in allen Regionen

Die Arbeitsgruppe Opferschutz der NÖ Landesgesundheitsagentur setzt Maßnahmen um MitarbeiterInnen in den Kliniken zu schulen und den Betroffenen in den NÖ Landeskliniken weiterzuhelfen.

Cholesterin und schlechteres Sehen als Risikofaktoren
Demenz

Cholesterin und schlechteres Sehen als Risikofaktoren

In einem neuen Bericht werden 14 Faktoren aufgelistet, über die knapp die Hälfte der weltweiten Demenzfälle verhindert oder zumindest verzögert werden könnten. Experten zufolge ist das allerdings eine recht theoretische Rechnung.