Novartis: Milliardenabschreibung drückt auf Überschuss

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Autor: Scho

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat nach Zuwächsen im Tagesgeschäft seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr angehoben. Dank kräftiger Medikamentenverkäufe stieg der bereinigte operative Gewinn von Juli bis September um elf Prozent auf 6,04 Milliarden Dollar (5,40 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz kletterte um 4 Prozent auf 14,52 Milliarden Dollar. Das Ergebnisziel für das Gesamtjahr wurde angehoben.

Der Vorstand rechnet nun für das operative Kernergebnis im Gesamtjahr mit einer Stagnation oder einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bisher hatte Novartis hier einen Rückgang in dieser Größenordnung prognostiziert. Die Erwartung eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich behielt der Konzern bei.

Jüngste Forschungsrückschläge belasteten jedoch das Nettoergebnis. Der Gewinn brach im dritten Quartal um 70 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar ein. Grund dafür war eine Wertminderung von 1,9 Milliarden Dollar auf das Muskelmedikament Del-Desiran, das im September in einer entscheidenden klinischen Studie gescheitert war.

Konzernchef Vas Narasimhan steht seither unter Druck, die Wachstumsaussichten des Unternehmens zu untermauern. Er gab sich jedoch zuversichtlich: Wichtige Marken und Neueinführungen machten die Einbußen durch Generika mehr als wett und demonstrierten die Erneuerungskraft des Geschäfts.

Novartis muss derzeit den Einbruch bei seinem einstigen Kassenschlager Entresto abfedern. Wegen der Konkurrenz durch günstigere Nachahmerprodukte in den USA sanken die Erlöse mit dem Herzmedikament im abgelaufenen Quartal um 38 Prozent auf 1,17 Milliarden Dollar. Für Wachstum sorgen stattdessen vor allem Krebs- und Multiple-Sklerose-Medikamente. Der Umsatz mit dem Brustkrebsmittel Kisqali stieg um 37 Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar. Auch die Arzneien Kesimpta, Pluvicto und Scemblix verzeichneten kräftige Zuwächse.

Größter Patentverlust der Unternehmensgeschichte

Novartis steht vor der Herausforderung, den größten Patentverlust seiner Geschichte durch neue Medikamente auszugleichen. Zuletzt geriet diese Strategie jedoch ins Stocken. Neben Del-Desiran scheiterte im September auch das Cholesterinmittel Pelacarsen in einer wichtigen Studie. Vor wenigen Tagen lieferte zudem das Multiple-Sklerose-Mittel Remibrutinib schwächere Wirksamkeitsdaten als von Analysten erhofft.

Die Rückschläge kosteten Novartis zeitweise fast 30 Milliarden Dollar an Börsenwert und entfachten eine Debatte über Narasimhans Übernahmestrategie. Besonders schwer wiegt das Scheitern von Del-Desiran, da der Wirkstoff im Zentrum der zwölf Milliarden Dollar schweren Übernahme des US-Biotechunternehmens Avidity stand.

(APA/Reuters/red.)

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