Die medizinische Versorgung schwer neurologisch erkrankter Menschen verändert sich – und mit ihr die Strukturen, die sie tragen. Die Albert Schweitzer Klinik der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) richtet daher ihr bisheriges Wachkomadepartment als Department „Spezielle Neurologie“ neu aus. So werden in der Albert Schweitzer Klinik zukünftig neben Menschen mit schweren Bewusstseinsstörungen, auch Personen mit anderen komplexen neurologischen Erkrankungen betreut. Damit werde das Angebot „an die sich verändernden Versorgungsbedürfnisse“ angepasst, heißt es in einer Aussendung.
Das Department „Spezielle Neurologie“ umfasst demnach künftig zwei Bereiche: Die „Neurological Care Unit 1“, in der der Schwerpunkt weiterhin auf der Behandlung von Menschen mit chronischen Bewusstseinsstörungen, wie es z.B. bei Wachkomapatienten liegt. Und die „Neurological Care Unit 2“, wo künftig Personen mit komplexen neurologischen Erkrankungen aufgenommen werden. Dazu zählen beispielsweise auch Krankheitsbilder wie Schlaganfälle, ALS, atypische Parkinsonsyndrome, Locked-In- Syndrom, entzündliche Erkrankungen des Gehirns und viele weitere neurologische Erkrankungen.
Der Begriff „Wachkoma“ beschreibe „nur einen Teil jener Menschen, die in der Albert Schweitzer Klinik betreut werden“, so die Einrichtung per Aussendung. Und: Er greife oft „zu kurz“. Für Angehörige sei er zudem häufig missverständlich oder belastend. Gleichzeitig habe sich der Versorgungsbedarf in den letzten Jahren spürbar verändert, weshalb der Bedarf an spezialisierter Betreuung für Menschen mit komplexen neurologischen Erkrankungen steige.

Aufgenommen werden Patienten künftig nicht nur aus Intensivstationen, Akutkrankenhäusern oder Rehabilitationseinrichtungen, sondern auch aus Pflegewohnheimen oder dem häuslichen Umfeld. Betreut werden diese beiden Bereiche durch ein Team, das Medizin, Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie, Musiktherapie, Sozialarbeit und Diätologie abdeckt.
Mit dem neuen Department werde „eine Beitrag zur optimierten Versorgung von Menschen mit komplexen neurologischen Erkrankungen“ geleistet , so Gerald Pichler, Leiter der Neurogie der Albert Schweitzer Klinik. Mit dem Ausbau des Angebots trage man dem veränderten Bedarf Rechnung und könne mehr bedarfsorientierte Versorgung bieten. Über die „strukturelle Flexibilität“, könne zudem besser „auf unterschiedliche Krankheitsverläufe“ reagiert werden.
Stadtrat Mag. Robert Krotzer (KPÖ) zum Ausbau des Angebots: „Menschen mit ALS und anderen schweren neurologischen Erkrankungen brauchen eine hochspezialisierte Versorgung. Dass es dieses Angebot nun in Graz bei den Geriatrischen Gesundheitszentren gibt, ist ein wirklich bedeutender Schritt.“
(red.)

