Tirol weist die höchste Lebenserwartung Österreichs auf – 85,3 Jahre bei Frauen und 80,9 Jahre bei Männern. Doch auch in Tirol sind die letzten 10 bis 15 Lebensjahre häufig von chronischen Erkrankungen geprägt. Genau hier setzt der erste „Gesundheitskongress Tirol“ an: Prävention und Healthy Aging als gesellschaftliche Aufgabe und als Chance für Tirol als Gesundheitsraum.
Für Martin Reiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Gruppe, war der Kongress am Juni 2026 ein wichtiger Schritt, um wissenschaftlich fundiertes Wissen zum Thema Gesundheitsförderung sichtbar zu machen: „Mit dem Gesundheitskongress bringen wir die richtigen Akteurinnen und Akteure zusammen, damit aus der Forschung noch mehr wirksame Maßnahmen für unser Land entstehen.“ Genau diesen Brückenschlag zwischen Forschung und gelebter Praxis betonte auch die Gesundheitsdirektorin des Landes Tirol, Theresa Geley: Für Tirol sei es entscheidend, Prävention dort zu stärken, wo Gesundheit entstehe: in den Lebenswelten der Menschen. Der Kongress biete eine gute Gelegenheit, aktuelle Erkenntnisse einzuordnen und wirksame Maßnahmen in die Praxis zu bringen.

Ein konkretes Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Gesundheitspolitik zusammenwirken können: Eine aktuelle Studie des Forschungskonsortiums aus fh gesundheit, MCI und UMIT Tirol – durchgeführt im Auftrag des Landes Tirol – lieferte erstmals eine fundierte Datengrundlage zur Gesundheit von Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen. Gesundheitliche Herausforderungen variieren demnach stark nach Lebensphase – von psychischer Gesundheit und Körperbild bei Jugendlichen über Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei erwachsenen Frauen bis hin zu chronischen Erkrankungen im Alter. Hinzu kommen strukturelle Defizite: lange Wartezeiten, fehlende wohnortnahe Angebote, mangelnde Koordination im Versorgungssystem. „Prävention, psychische Gesundheit und Gesundheitskompetenz müssen konsequent in alle Lebensphasen integriert werden und die Versorgung muss sich an den Lebensrealitäten von Frauen orientieren“, so die Gesundheitsexpertin Eva-Maria Jabinger.
„Gesundheit ist ein zentraler Standortfaktor – für Menschen, die in Tirol leben, und für jene, die es als Lebensraum wählen wollen. Ein attraktiver Lebensraum bedeutet mehr als Natur und Infrastruktur: Menschen bleiben dort, wo sie sich gesund und gut versorgt fühlen“, so Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol.
(red.)


